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Albstadt Eine Rückzugsgebietfür viele seltene Arten

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Das Mähgut muss weg – wenn es liegen bleibt, düngt es die Magerwiese und dann ist sie keine mehr.Fotos: Raab Foto: Schwarzwälder Bote

Albstadt-Laufen. Seit mehr als 45 Jahren pflegt die Ortsgruppe Laufen des Schwäbischen Albvereins alljährlich die an der Kreisstraße nach Tieringen gelegenen Dobelwiesen – am vergangenen Samstag haben wieder 15 Unentwegte, darunter drei Frauen, Mähgut auf der Wiese zusammengerecht, was die Forstleute zuvor gemäht hatten und in den kommenden Tagen mit dem Heulader abräumen werden. Zu den Helfern vor Ort, deren Arbeit laut Revierleiter Harald Lögler von unschätzbarem Wert ist, zählten mit Wolfgang Bitzer und Albrecht Rimmele zwei Herren in den Siebzigern, aber auch ein 17-Jähriger, nämlich Benedikt Fritsche. Dass die Mähaktion ein Generationen übergreifendes Projekt, zählt aus der Sicht von Peter Landenberger zu ihren großen Stärken. Der Ortsvorsteher war auch diesmal mit von der Partie, wohingegen die meisten Ortschaftsräte durch Abwesenheit glänzten – was nicht unbemerkt blieb. Landenbergers besondere Anerkennung galt Organisator Gerhard Dölker, dem stellvertretenden Vorsitzenden des Laufener Albvereins.

Was macht die Dobelwiesen so besonders? Auf diesem einzigartigen Gelände grenzt ein magerer Trockenrasen an ein Kalkmoor; auf der etwa 3000 Quadratmeter großen Fläche wachsen seltene Orchideen und Seggen; Frösche und Kröten sind vor allem im Sumpfgebiet zu Hause. An Pflanzen gedeihen nicht nur bekannte Arten wie Akelei oder Maiglöckchen, sondern auch Raritäten wie die Hainsimsenlilie, der Sumpfstendelwurz oder das Flohkraut, dazu Epipactis palustris, eine Pflanzenart aus der Familie der Orchideen. Die Vogelwelt ist durch Grünspecht, Misteldrossel, Mönchsgrasmücke, Zilpzalp und Fichtenkreuzschnabel vertreten, die die Bäume und Büsche ringsumher als Domizil gewählt haben. Ihnen ist der Tisch dank des großen Insektenvorkommens reich gedeckt. Zwar fällt auch hier ein Rückgang der Bestandszahlen auf, aber noch jagt die Blaugrüne Mosaikjungfer im Feuchtgebiet, und Landkärtchen und Kaisermantel, zwei Schmetterlingsarten, sowie zahlreiche Wildbienen und andere Insekten finden Nahrung in den Dobelwiesen.

Aber warum muss gemäht werden – und warum kann das Mähgut nicht einfach liegen bleiben? Ohne Mahd würde das Gelände in wenigen Jahren verbuschen und als Lebensraum für die genannten Tier- und Pflanzenarten verloren gehen. Das Mähgut aber liegen zu lassen käme einer Düngung gleich, und genau die gilt es zu vermeiden. Die Wiese muss mager bleiben – nur dies garantiert das Wachstum vieler seltener Blumen und Gräser.

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