Günther Bitzer trägt gerne Zeitungen aus. Foto: Retter Foto: Schwarzwälder Bote

Zustellerporträt: Günther Bitzer stellt den Schwarzwälder Boten zu, wenn seine Kolleginnen Urlaub haben

Albstadt-Onstmettingen. Schon als kleiner Junge hat Günther Bitzer den Schwarzwälder Boten in Burgfelden verteilt. Manchmal trifft man ihn dort auch heute noch – aber nur, wenn seine Schwester ihm das "Revier" vorübergehend überlässt.

In Onstmettingen hat er früher als Stammzusteller die Zeitungen in die Briefkästen der Leser gesteckt. Inzwischen ist er nur noch als Springer im Einsatz. "Ich finde, es ist ein toller Job", sagt der 75-Jährige. Bereits vor gut 60 Jahren haben seine Eltern den Schwarzwälder Boten in Burgfelden ausgetragen. "Mit acht, neun Jahren habe ich sie dann dabei unterstützt, bis ich 20 war", erinnert er sich.

Dann war er mit seiner Frau nach Onstmettingen gezogen. Seit gut 40 Jahren ist nun seine Schwester diejenige, die den Burgfeldern ihre Lektüre in die Zeitungsröhre steckt. Als Günther Bitzer 2006 in Ruhestand ging, schlug er eines Morgens die Zeitung auf und sah, dass ein neuer Zusteller gesucht wurde. "Da wurde Onstmettingen in Gebiete aufgeteilt. Ich habe mich sofort beworben und wurde eingestellt", lacht der rüstige Senior.

Dass er inzwischen nur noch im Einsatz ist, wenn seine hauptamtlichen Kolleginnen eine Vertretung brauchen, verdankt er einer Reise: "Meine Tochter lebt in Amerika, und ich habe sie drei Wochen lang besucht. In dieser Zeit hat ein Bekannter von mir den Schwabo ausgetragen", erinnert er sich. "Bei meiner Rückkehr hat er mich gefragt, ob ich ihm die Aufgabe nicht auch in Zukunft überlassen würde – es gefalle ihm so gut." Bitzer tat seinem Bekannten den Gefallen.

Inzwischen würde er es auch nicht mehr anders haben wollen. "Aufhören werde ich nicht, solange der Schwarzwälder Bote mich behält. Eine andere Zeitung würde ich aber nicht austragen. Ich bin schon immer ›Schwabojaner‹", versichert er. Auch die Leser in Onstmettingen seien ihrer Zeitung treu, weiß Bitzer: "Ich kenne kaum jemanden persönlich, aber an meiner Leserliste sehe ich, dass ich die Zeitung nur dann nicht mehr zustelle, wenn jemand gestorben ist."

Täglich bringt Bitzer gut 150 Exemplare zu den Lesern im Ort. Um vier Uhr in der Früh macht er sich auf den Weg. Kurz vorher werden ihm die Zeitungen vors Haus gelegt; er muss sie nur noch einpacken. "Meine Tour von sieben Kilometern bin ich früher mit dem Wägelchen zu Fuß gegangen", erzählt er. "Inzwischen nehme ich das Auto, denn elf Kilometer würde ich nicht rechtzeitig schaffen."

Die Stammzustellerinnen fahren meistens mit dem Rad, weiß Bitzer. Obwohl er eigentlich ein Langschläfer ist, genießt er seine morgendliche Runde: "Man ist ganz allein im Ort, das ist schon ein besonderes Erlebnis, wenn der Nebel noch über Onstmettingen liegt!"

Das Bächle macht ihm besonders Freude, und manchmal begleitet ihn ein wunderschöner Sonnenaufgang. Das sind aber nicht die einzigen Dinge, die Bitzer an seiner Arbeit als Zusteller schätzt: "Mir hilft es, frisch und flexibel zu bleiben. Manche gehen ja mit 75 gar nicht mehr aus dem Haus", sagt er. Das komme für ihn nicht infrage.

Dass er als Zusteller auch ein Gratisexemplar des Schwarzwälder Boten bekommt, freut ihn sehr: "Wir kriegen auch immer zwei zusätzliche Zeitungen, die wir nach unserem Gutdünken einwerfen dürfen. Vielleicht freut sich ja jemand und abonniert?"

Wenn Günther Bitzer nach getaner Arbeit zurück nach Hause kommt, legt er sich noch mal für zwei Stunden ins Bett. Das Kassieren muss er auch nicht mehr übernehmen – vor 50 Jahren gehörte das noch zu den Aufgaben der Zusteller. Solange er kann, will er seiner Tätigkeit treu bleiben. "Und zu der jährlichen Feier für die Zusteller gehe ich auch", versichert Bitzer lachend. Mit seiner Schwester ist er im Druckzentrum des Schwarzwälder Boten in Villingen gewesen. Sie wurde für 40-jährige Tätigkeit geehrt. Eine schöne Feier sei es gewesen, erinnert sich der rüstige Rentner. Er gehört gerne zur Schwabo-Familie – denn das hat Tradition bei Bitzers.

Interesse an einer Zustelltätigkeit für den Schwarzwälder Boten (täglich bis 6 Uhr, Mindestalter 18 Jahre)? Interessenten können sich gerne unverbindlich und formlos per E-Mail an zustellung@schwa bo.de oder Telefon 0800 780 780 2 (kostenfrei) melden. Angeboten werden Beschäftigungsverhältnisse auf 450-Euro- und auf Teilzeit-Basis, sowohl dauerhaft, als auch als Vertretung oder Ferienjob.

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