Wo Susanne Kessler (links) und Veronika Mertens sich die "Drei Landschaftstränen" gewünscht hatten, bleiben sie nun stehen: Die Stadt hat das Kunstwerk angekauft.Foto: Eyrich Foto: Schwarzwälder Bote

Kunstmuseum: Susanne Kesslers "Drei Landschaftstränen" bleiben Albstadt erhalten

Die "Drei Landschaftstränen" der Künstlerin Susanne Kessler kauft die Stadt Albstadt für einen niedrigen fünfstelligen Betrag an. Sie bleiben somit an der Schmiecha beim Ebinger Hallenbad stehen und weisen auf die Lage Albstadts an der Europäischen Hauptwasserscheide hin.

Albstadt-Ebingen (key). Die Träne ist Urform der Quelle. Die Künstlerin Susanne Kessler, die in Rom und Berlin lebt und seit langem gut Verbindungen nach Albstadt im Allgemeinen und zum Kunstmuseum Albstadt im Besonderen pflegt, hat das erkannt. Für die große, multipolare Ausstellung "Kunstmuseum Albstadt offshore", die Direktorin Veronika Mertens im vergangenen Jahr auf die Beine gestellt hatte, hat Susanne Kessler drei hintereinander gestaffelten Plastiken geschaffen, die "Drei Landschaftstränen", die aussehen wie metallene Großzeichnungen.

Zu Installation der Skulpturen, die sie in einer abenteuerlichen Autofahrt während des ersten Corona-Frühlings 2020 selbst von Rom nach Albstadt gebracht hatte, war Susanne Kessler persönlich gekommen. Über ihre Kreation hatte sie nach einem Besuch in Albstadt schon 2019 an Veronika Mertens geschrieben: "Ich möchte den Prototypen einer Landschaft bauen: ein Landschaftsmodul – wie ein Kürzel, ein Zeichen für Berg, kleinere Flüsse, in einen größeren Fluss einfließend, einen See. Am liebsten würde ich drei identische Module herstellen, die erst einmal gestaffelt aufgebaut werden, in einer räumlichen Tiefe von etwa fünf Metern." Gestaffelt deshalb, weil sie dann von der platten Linie ausgehend eine Räumlichkeit auf einfachste Weise erzeugen könne, "die der Landschaftsperspektive ähnlich ist".

Das Große ist bereits im Kleinen angelegt

Immer wieder habe Susanne Kessler das Wasser als Ursprung und Lebensader fasziniert, unabdingbar für das Leben von Mensch und Natur, so Veronika Mertens. "Der Tropfen ist dabei die kleinste Einheit, die Träne das Äquivalent, mit dem der Mensch selbst gleichsam zur Quelle wird. So ist das Große, das in die Weite der Landschaft und der Länder Ausgreifende, bereits im Kleinen – Tropfen und Träne – angelegt."

Den Standort für Susanne Kesslers "Drei Landschaftstränen" haben sie und Veronika Mertens bewusst gewählt: an der Schmiecha, unweit der Europäischen Wasserscheide, wo man sich selbst entscheiden könne, "ob man in die Nordsee oder ins Schwarze Meer spuckt", wie Niels P. Carstensen – Fotograf der "offshore"-Ausstellungen – es scherzhaft formuliert hatte. Fließt ein Teil des Wassers doch über Eyach und Neckar in den Rhein und die Nordsee, der andere über Schmiecha und Schmeie in die Donau und letztlich ins Schwarze Meer.n Die gelungene Dokumentation zum großen Sommerprojekt "Kunstmuseum Albstadt offshore" ist für 20 Euro in der Tourist-Information der Stadt Albstadt erhältlich. Sie kann außerdem im Kunstmuseum Albstadt bestellt werden unter der Telefonnummer 07431/160-14 91 oder E-Mail kunstmuseum@albstadt.de.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: