Nicht zum ersten Mal findet in Albstadt ein "Marsch des Lebens" statt. Im Bild: die Veranstaltung 2017.Archiv-Foto: Böhler Foto: Schwarzwälder Bote

Gedenken: "Marsch des Lebens" erinnert am 8. April an Opfer der Judenvernichtung

Albstadt-Ebingen. "So etwas darf nie wieder passieren." Mit diesen Worten richtet sich das TOS Zentrum Zollernalb an alle Interessierten, am 8. April am "Marsch des Lebens" zum Gedenken an die Judenvernichtung teilzunehmen. Treffpunkt ist um 16.30 Uhr das Rathaus in der Marktstraße. Anlässlich des jüdisch-israelisch Gedenktages "Jam haSchoa" wird weltweit der während der nationalsozialistischen Diktatur rund sechs Millionen ermordeten Juden gedacht.

Die Veranstalter weisen auf die Folgen der Coronavirus-Pandemie hinsichtlich rechtsextremistischer Tendenzen hin. "Verschwörungstheorien und Hass auf der Straße und im Internet erleben massiven Aufwind", heißt es in der Ankündigung für den "Marsch des Lebens". Antisemitische Straftaten seien nicht nur in Deutschland, sondern weltweit ein Problem von großem Ausmaß. Die jüdische Glaubensgemeinschaft fühle sich in vielen Ländern nicht mehr sicher. Um dieser Entwicklung gegenzusteuern, findet auch dieses Jahr ein "Marsch des Lebens" – unter Beachtung der jeweils lokalen Corona-Vorschriften – auf der ganzen Welt statt.

25 Juden aus Albstadt sind dem NS-Terror einst zum Opfer gefallen

Bereits 2017 war die Ebinger Innenstadt Schauplatz der Initiative gegen Judenhass. Damals versammelten sich rund 50 Teilnehmer und lauschten einem hebräisch-sprachigen Orchester aus Tübingen sowie mehreren Rednern, darunter der ehemalige Albstädter Stadtarchivar Peter Thaddäus Lang. Dabei lag das Hauptaugenmerk auf Einzelschicksalen von Juden im Zollernalbkreis. Auch die rund 25 Juden, die 1930 auf der heutigen Albstädter Stadtgemarkung gelebt haben, fielen dem Terror des NS-Regimes zum Opfer und hatten Plünderungen sowie Zwangsdeportationen über sich ergehen lassen müssen.

Die Marsch-des-Lebens-Initiative wurde von den evangelisch-freikirchlichen TOS-Diensten in Tübingen 2007 gegründet und geht seither mit der Botschaft "Erinnern –Versöhnen – Ein Zeichen gegen Antisemitismus und für Israel" auf die Straße. Nachkommen früherer SS-, Wehrmachts- und Polizeiangehöriger nehmen in der historischen Aufarbeitung der Geschehnisse eine zentrale Rolle ein, damit eine Tragödie solchen Ausmaßes sich nicht wiederholt, so die Veranstalter auf ihrer Internetseite.

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