US-Notenbankchef Powell hat sich für eine kräftige Zinserhöhung ausgesprochen. Foto: dpa/Manuel Balce Ceneta

Unsere Börsenexperten blicken auf die kommende Woche. Neben der Sitzung der US-Notenbank bietet sie zahlreiche Quartalsbilanzen, unter anderem von BMW und VW.

Die Bilanzsaison verspricht auch in der neuen Woche jede Menge interessante Zahlen. In der ersten Börsenliga, dem Deutschen Aktienindex (Dax), berichtet ein ganzes Dutzend Unternehmen über das zurückliegende Quartal: Am Dienstag öffnen der Kunststoffproduzent Covestro und die Deutsche Post ihre Bücher. Am Mittwoch folgen VW, Airbus, Fresenius, Fresenius Medical Care und Siemens Healthineers. Donnerstag präsentieren BMW, Henkel, Vonovia und Zalando ihre Quartalsbilanzen; am Freitag ist Adidas an der Reihe.

 

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Im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit wird aber die US-Notenbank stehen: Am Mittwoch dürfte sie erneut ihren Leitzins erhöhen – und zwar stärker als üblich, um gleich 0,5 Prozentpunkte. Derart große Zinsschritte waren in den vergangenen 20 Jahren nur in umgekehrter Richtung zu beobachten, eine Anhebung um einen halben Prozentpunkt gab es zuletzt im Frühjahr 2000. Angesichts der galoppierenden Inflation hat US-Notenbankchef Jerome Powell aber deutlich gemacht, dass er eine kräftige Erhöhung für geboten hält. Auf diese Weise will die Fed dem schnellen Anstieg der Arbeitskosten in den USA entgegentreten und eine Lohn-Preis-Spirale verhindern.

EZB erwägt Zinserhöhung im Juli

Die Straffung der Geldpolitik in den USA beeinflusst auch das Zinsniveau in Europa, Baufinanzierungen beispielsweise haben sich seit Jahresbeginn deutlich verteuert. Trotz der hohen Inflationsrate scheut die Europäische Zentralbank (EZB) bislang vor Zinserhöhungen zurück, unter anderem wegen des Kriegs in der Ukraine. EZB-Vizepräsident Luis de Guindos erklärte in einem am Sonntag veröffentlichten Interview, eine Zinserhöhung im Juli sei möglich, entschieden sei aber noch nichts.

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