Wegen der Kostenbeteiligung für die Sanierung des Garagenkomplexes am Lindenhofplatz regt sich Unmut.
Licht und Schatten auf dem Lindenhof: Nach der Schließung des „Real“-Marktes kann man förmlich zusehen, wie der Komplex, in dem ein „Rossmann“-Drogeriemarkt und ein Bäckerei-Filialist mit Imbiss einziehen werden, in die Höhe wächst.
Damit verschwindet eine Brache und bringt neue, obschon andere als ursprünglich gedachte, doch immerhin Perspektiven. Es gibt wieder eine Postfiliale. Die „WABE“-Kindertagesstätte ist in Betrieb und wird nach und nach gefüllt, das Motel sieht seiner Vollendung entgegen. Und wenn Mafell sich am Standort erweitern will, wie einmal an-gedacht: Der Gemeinderat hat planungsrechtlich auch dafür den Weg frei gemacht.
Sieht also soweit ganz gut aus. Doch bei einer Gruppe macht sich langsam aber sicher Unmut Luft. Es ist nämlich nicht alles eitel Sonnenschein. Ausgerechnet da, wo der – neue – Lindenhof auch ganz offiziell so heißt, am Lindenhofplatz nämlich, entwickelt die Bebauung teilweise morbiden Charme. Zur Ästhetik des Garagenkomplexes mit seiner magergrünen Überdachung kann man sich so oder auch anders stellen. Längst ist allerdings die Frage nicht mehr ob schick oder nicht. Der Charme des Morbiden ergibt sich aus dem Fakt des Maroden: Der Garagenkomplex ist dringend sanierungs- oder gar komplett erneuerungsbedürftig.
Steigende Kosten
Das hat auch der Gemeinderat eingesehen und vor bald einem Jahr die Sanierung beschlossen. Die in der seinerzeit in der Sitzung vorgetragenen Kosten für Ersatzbauten waren schlicht nochmal eine andere Hausnummer als die zunächst veranschlagten Sanierungskosten, die sich bereits auf 1,2 Millionen Euro summieren.
Das hat vor allem zwei Gründe. Zum einen schrieben die Baunormen Anfang der 1970er-Jahre – aus dieser Zeit stammt der Garagenkomplex – andere Standards als heute vor. Zum Nachteil etlicher, vor allem öffentlicher Gebäude. Einige sind deshalb längst rückgebaut, viele sind seit den 1990er-Jahren erneuert oder grundlegend saniert worden.
Und hier liegt der zweite Grund: Nicht so der Garagenkomplex auf dem Lindenhof. Dort, so lassen die Nutzer hören, habe sich einfach nichts getan. Auch, als die Schäden an konstruktiven Teilen des Baus offenkundig wurden. Dass jetzt der Sanierungsaufwand entsprechend hoch ist, steht für sie außer Frage.
Aus heiterem Himmel
Allerdings fragen sie sich, weshalb sie dafür zur Kasse gebeten werden sollen, da es sich ihrer Meinung nach offenkundig um Versäumnisse handelt, die sie nicht zu verantworten hätten. Sprich: Früheres Handeln hätte nicht dieses Kostenvolumen verursacht. Zudem kam für einige das Ansinnen wohl wie der Blitz aus heiterem Himmel. Sie sollen sich zu je zwei Prozent an den Kosten beteiligen.
Alle, die eine Garage in ihrem Eigentum haben, wissen das, da ihnen eine entsprechende Urkunde ausgehändigt worden sei. Jene, die lediglich das Nutzungsrecht übertragen bekamen, war der mögliche Anspruch neu. Und es soll immerhin um eine Summe um die 25 000 Euro pro Partei gehen.
Das bedeutet, so illustrierte Dieter Rinker in der Sitzung vergangenen Mai, etwa 40 Euro pro Monat seit Erstellung – eine darstellbare Summe für einen Garagenplatz. Sie relativiert sich allerdings, da jetzt der Betrag am Stück, gegebenenfalls mit einer Stundungsoption anfällt. Und die Nutzer geltend machen wollen, dass der Betrag bei sachgemäßer Instandhaltung nie zu dieser Höhe aufgelaufen wäre.