Das ehemalige Villinger Kasernen-Areal Mangin – jetzt in Oberer Brühl umgetauft – ist kaum wiederzuerkennen. Abrissbagger haben in den vergangenen Monaten ganze Arbeit geleistet.
Nun ist auch das Ensemble des dritten Villinger Kasernen-Areals Geschichte: Auf dem ehemaligen Mangin-Gelände haben die Abrissbagger einige „Akzente“ gesetzt. Namentlich hat das Gebiet mit der Umfirmierung in „Oberer Brühl“ die Konversion bereits vollzogen, zukünftig sollen hier Teile der Stadtverwaltung VS sowie 1500 Wohneinheiten Platz finden.
Vor dem eigentlichen Rückbau hatten dort zunächst archäologische Grabungen stattgefunden, bei denen bis zum vergangenen Herbst unter anderem die Überreste eines Gefangenenlagers erforscht und dokumentiert wurden.
Die eigentliche Rückbaumaßnahmen hatten Anfang des Jahres begonnen. Im Fokus stehen dabei rund 20 Gebäude, die zurückgebaut werden sollen. Sechs davon – alle an der Pontarlierstraße – stehen derzeit noch, darunter auch das Maison de France. Das Soldatenheim – damals unter dem Namen „Foyer du Soldat“ – war zunächst nur für die Truppe der französischen Streitkräfte gedacht.
Maison de France seit 2007 dicht
Später konnten dort auch Einheimische eine Boutique mit französischen Parfüm, Kleidung, Getränke und Zigaretten sowie eine Bar und ein Restaurant finden – all das wurde im Frühjahr 2007 geschlossen. Das Gebäude ist denkmalgeschützt, der Erhalt aber unwirtschaftlich, weswegen der Rückbau erlaubt werden konnte. Hierfür wird das Maison de France momentan ausgeräumt und komplett entkernt.
Auf dem Rest des Areals türmen sich derzeit die Schuttberge – teilweise beschriftet, teilweise auch abgedeckt. Denn die Materialien sollen größtenteils wiederverwendet werden. Auch deshalb wird, wie die Stadt erklärt, der Rückbau „selektiv und kontrolliert“ erfolgen.
Rückbaukosten von 6,9 Millionen Euro
So ist garantiert, dass die verschiedenen Baustoffgruppen oder belasteten und unbelasteten Baustoffe sowie Materialien während der einzelnen Arbeitsschritte – Ausbau, Lagerung auf der Baustelle, Transport – nicht miteinander vermischt werden.
Material, das nicht wiederverwendet werden kann, wird aus dem Stoffkreislauf entfernt und fachgerecht entsorgt. Die wiederverwendbaren Materialien werden beispielsweise für die Untergrund im Straßenbau eingesetzt.
Erschließung bis 2024 beendet
Der Rückbau inklusive der Altlastensanierung, die teilweise auch den Bodenaustausch beinhaltet, ist nicht gerade ein Schnäppchen. Insgesamt entstehen Kosten von 6,9 Millionen Euro. Der gesamte Rückbau inklusive der Entsorgung der Altlasten wird erst Anfang des kommenden Jahres abgeschlossen sein.
Aber bereits diese Woche beginnt parallel die Erschließung des Areals. Dabei werden unter anderem neue Ver- und Entsorgungsleitungen verlegt und die neuen Straßen innerhalb des Baugebietes angelegt. Bis Mai 2024 soll die Erschließung abgeschlossen sein. Sie kostet rund 4,5 Millionen Euro.