Bei der ehemaligen Landbäckerei Geiger gegenüber des Villinger Bahnhofs geht es schon bald weiter – allerdings mit anderen Pächtern. Foto: Marc Eich

Die Schließung der Landbäckerei Geiger gegenüber des Villinger Bahnhofs ist erst knapp zwei Wochen her, da kündigt sich bereits eine baldige Neueröffnung an. Derweil sind die Tage des Brigach-Kiosk endgültig gezählt.

Die Freude für alle, die rund um den Villinger Bahnhof Backwaren aber auch heiße Snacks kaufen wollen, dürfte groß sein: Die Vakanz bei der Landbäckerei Geiger ist nur von kurzer Dauer.

 

Den Standort wird die Tuttlinger Bäckerei Schneckenburger, die zwischen Schwarzwald-Baar-Kreis und Bodensee 41 Filialen betreibt, übernehmen. Dies bestätigt Geschäftsführer Marc Schneckenburger im Gespräch mit unserer Redaktion.

„Wir planen die Eröffnung in der letzten Februar-Woche“, so Schneckenburger. Wie konnte das so schnell gehen? Der Familienbetrieb in dritter Generation hatte rechtzeitig die Fühler nach dem attraktiven Standort ausgestreckt – als klar war, dass die Landbäckerei Geiger aufgeben muss, sei alles unter Dach und Fach gebracht worden.„Wir sind da schon früh ins Gespräch gekommen und freuen uns drauf – die Pläne sind geschmiedet“, erklärt der Geschäftsführer.

Umfangreicher Umbau im Inneren

Bevor dort der Betrieb startet, sind aber umfangreiche Umbauarbeiten in dem 15 Jahre alten Gebäude geplant. Schneckenburger: „Der Standort hat ein Update an diesem prägnanten Standort verdient.“ So soll der Innenraum komplett erneuert werden. Geplant sind 27 Sitzplätze im Café und darüber hinaus weitere 20 auf der Terrasse. Als Pluspunkt sieht er auch die Parkplätze direkt vor der Bäckerei.

Und was erwartet die Kunden? „Wir wollen von morgens bis abends präsent sein“, gibt der Geschäftsführer an. Neben den klassischen Brot- und Brötchenangebot sollen auch Snacks ein großes Thema sein. Von der Heißtheke bietet Schneckenburger in Zukunft unter anderem Fleischkäse und Frikadellen, darüber hinaus aber ebenso beispielsweise Kartoffelsalat.

Zehnköpfiges Team am neuen Standort

Die Meisterbäckerei möchte mit einem zehnköpfigen Team an den Start gehen – Mitarbeiter werden derzeit noch gesucht, „der Personalmarkt in VS ist für heutige Verhältnisse aber ganz gut“, so Schneckenburger. Das Unternehmen ist bereits seit 20 Jahren in der Doppelstadt präsent.

Den Standort im Schwarzwald-Baar-Center besteht noch immer, auch im ehemaligen Rössle-Center hatte damals man eröffnet, zudem ist man im Modepark Röther präsent. Schneckenburger: „Wir haben in VS eine hohe Akzeptanz an Kunden, der neue Standort macht die Sache rund!“

Abriss-Trupp ist bereits vor Ort

Nur wenige Meter weiter stehen die Zeichen stattdessen endgültig auf Abschied. Denn beim mittlerweile umzäunten Brigach-Kiosk ist bereits ein Abriss-Trupp angerückt, um das Gebäude zurückzubauen. In den nächsten Tagen soll dort zudem ein Bagger anrücken.

Am ehemaligen Brigach-Kiosk hat der Rückbau begonnen. Foto: Marc Eich

Vorausgegangen war ein Streit zwischen den ehemaligen Pächter und der Stadt. Der ehemalige Besitzer hatte eigentlich geplant, den Kiosk zu modernisieren – allerdings war der Pachtvertrag Ende 2018 ausgelaufen und die Stadt hatte festgesetzt, dass das Gebäude abgerissen wird.

Verzögerungen im Vorfeld

Im September 2021 war ein Urteil des Landgerichts Konstanz rechtskräftig geworden, wonach der Abriss rechtens ist und der letzte Pächter für die Kosten aufkommen muss. Weil zunächst Details zur Finanzierung der Arbeiten geklärt werden mussten, kam es jedoch immer wieder zu Verzögerungen – eigentlich sollte der Kiosk schon im vergangenen Jahr weichen.

Im Vorfeld musste, wie die städtische Pressesprecherin Madlen Falke erklärt, zudem eine Schadstoffanalyse sowie eine Ausschreibung für den Rückbau erstellt werden. Aus personellen Gründen sei es nicht möglich gewesen, damit gleich im April zu beginnen.

Abriss kostet mehr als 40 000 Euro

„Nach den Sommerferien startet die Umsetzung zum Ausbau im Bereich Brigachstrasse/Brigachradweg. Aufgrund der Umleitungsstrecke war der Rückbau parallel dazu nicht machbar, da auch für die Rückbauarbeiten eine Straßenteilsperrung notwendig gewesen wäre“, so Falke.

Der Abriss wird auf rund 37 000 Euro beziffert. Hinzu kommen laut Angaben der Stadt der Aufwand für den Rückbau der Ver- und Entsorgungsleitungen in Höhe von rund 5000 Euro. Für den Rückbau der Leitungen muss zudem die Straße geöffnet werden.