Das Brandhaus in Mühringen Foto: Florian Ganswind

Beim Brand eines kleinen Einfamilienhauses in der Oberdorfstraße in Mühringen ging es für die Bewohner noch glimpflich aus. Dennoch ist das Haus unbewohnbar. Eine große Zahl von Einsatzkräften war gefordert.

Schon von der Anfahrt von Nordstetten kommend wurde am Ortseigang in Mühringen deutlich, dass es sich um einen großen Einsatz handelt. Krankenwagen und Notarzt standen in der Kurve. Eine Vielzahl von Feuerwehrfahrzeugen reihte sich hintereinander.

 

Am frühen Donnerstagmorgen um 7.55 Uhr wurden die Feuerwehrabteilungen Mühringen, Ahldorf und Horb Stadt zu einem Zimmerbrand in der Oberdorfstraße im Stadtteil Mühringen gerufen.

Das Brand-Bild Nach dem Eintreffen der Einsatzkräfte – wobei die Mühringer Abteilung naturgemäß am schnellsten vor Ort war, da ihr Feuerwehrmagazin gerade mal wenige hundert Meter vom Brandort entfernt liegt – stellte man schnell fest, dass es sich um einen ausgedehnten Brand im Bereich der Küche und des Wohnzimmers handelte.

Die Brandbekämpfung Ein versuchter Innenangriff musste aufgrund der großen Hitzeentwicklung am Brandherd abgebrochen werden, wie Horbs Feuerwehr-Pressesprecher Jan Straub später berichtete.

Mit der großen Drehleiter in den Außenangriff

Die Wehren, die durch die nachalarmierten Abteilungen Dettensee, Mühlen und der Eutinger Wehr verstärkt wurden, gingen unter anderem mit der großen Drehleiter zum Außenangriff über, um zum einen den Brand zu löschen und zum anderen das Gebäude abzukühlen.

Die Rettung Glück im Unglück hatte ein Kind, das von seinem Vater aus dem brennenden Gebäude gerettet werden konnte. Bei dieser Aktion zogen sich beide eine Rauchgas-Indikation zu, so die Vermutung der Ersthelfer.

Schwierige Bedingungen in der Oberdorfstraße in Mühringen Foto: Ganswind

Deshalb wurde Vater und Kind in umliegende Krankenhäuser gebracht. Unklar bleibt derzeit, ob die Familie einen Hund hat. Gesichtet wurde er vor Ort nicht.

Schwierige Bedingungen Dank der raschen und professionellen Arbeit der Einsatzkräfte konnte man um 9.37 Uhr „Feuer aus“ melden und bereits um diese Zeit einige der Einsatzkräfte abziehen. Und das war bei der sehr beengten Hanglage, an dem das Haus steht, nicht selbstverständlich. Die Einsatzkräfte mussten unter widrigen Umständen – zu denen neben der Hanglage auch die Enge der gesamten Umgebung gezählt werden muss – agieren.

Hilfskräfte aus der ganzen Umgebung waren im Einsatz. Foto: Morlok

Erschwerend kam hinzu, dass sie mit ihren große Einsatzfahrzeugen nur von einer Seite her an das Brandobjekt fahren konnten. Doch durch ihre Routine, die sie in vielen Übungseinheiten und in „heißen Einsätzen“ gewannen und dem Umstand, dass man Feuer im unteren Stockwerk durch die Fenster gut erreichen konnte, gelang es den Einsatzkräften, den Dachstuhl zu erhalten.

Ursache noch unklar Warum das Feuer ausgebrochen ist, das muss noch ermittelt werden, so Jan Straub nach einem kurzen Abriss über diesen Einsatz.

Die Durchfahrt durch Mühringen war durch diesen Brand auch für einige Zeit nicht möglich.

Die Einsatzkräfte Insgesamt waren rund 70 Feuerwehrkräfte mit 16 Einsatzfahrzeugen am Unglücksort. Die Einsatzleitung hatte der Horber Stadtkommandant Wilhelm Knödler. Bernhard Müller aus Talheim war in seiner Funktion als stellvertretenden Kreisbrandmeister mit dabei.

Hier brach der Brand aus. Foto: Morlok

Oberbürgermeister Peter Rosenberger und Bürgermeister Ralph Zimmermann waren ebenfalls kurzzeitig in Mühringen, um sich vom Fortgang der Brandbekämpfung zu überzeugen. Auch Ortsvorsteher Eckard Lacher war umgehend an der Brandstätte.

Unterstützung von Polizei, DRK und THW

Unterstützt wurden sie dabei auch von der Führungsgruppe der Feuerwehr, der Polizei, die mit mehreren Einheiten vor Ort war, sowie den Blaulicht-Hilfsorganisationen wie DRK und THW. Für den Nachschub an Gasflaschen für die Atemluftschutz-Teams sorgte der Gerätewagen Atemluft, der vom Standort Freudenstadt angefordert wurde.

Unterbringung Und wie geht es für die Familie weiter? Lacher hat gute Nachrichten: „Es hat sich sofort jemand gemeldet, der eine Wohnung frei hat, sodass die Familie sofort dort unterkommen kann.“

Die Besonderheit der Straße In der Vergangenheit gab es in der Oberdorfstraße Ärger wegen der Frage von Erschließungskosten. Aktuell ist die Straße im Sanierungsgebiet aufgenommen. Doch die Frage der Kosten für die Anwohner ist noch nicht geklärt. Ein Teil der Straße gilt als historisch. Anwohner müssen dort nichts zahlen. Der Abschnitt, in dem eines der Häuser jetzt brannte, gehört nicht zum historischen Teil.

Der Einsatzstab traf sich zur Lagebesprechung. Foto: Morlok

Hatte die nicht sanierte Straße Auswirkungen auf den Rettungseinsatz? „Beim Wasserdruck konnte man es vielleicht merken“, so Lacher. Allerdings schaffte es die Feuerwehr routiniert, schnell eine gute Wasserversorgung herzustellen.