Die Hummel ist nicht nur der Spitznamen der Weilener, sondern auch die Galionsfigur der Fasnet. Zu diesem Namen kamen sie der Sage nach bei einer Auseinandersetzung mit Jungen aus dem benachbarten Schörzingen im Jahr 1787. In den vergangenen 60 Jahren hat sich die Narrenzunft entwickelt.
Die Narrenzunft Weilen feiert am Wochenende ihr 60-jähriges Bestehen. Hauptakteure der Weilener Fasnet ist die Hummel. Doch wie kam es eigentlich zu dem örtlichen Spitznamen der Weilener?
Die Geschichte der Hummel
Laut dem Ortsbuch von Weilen unter den Rinnen aus dem Jahr 1969 lässt sich die Narrenfigur auf eine Begebenheit zurückführen, die sich am Nachmittag des 29. Juli 1787 auf dem Wochenberg zugetragen haben soll. Dort soll es zu einer „Schlacht“ zwischen Schörzinger und Weilener Buben gekommen sein. Es wurde gespottet und Steine sausten durch die Luft. Ehe es zum Nahkampf kam, hatte der Anführer der Schörzinger einen Stein an den Kopf bekommen und musste hinter die Linien an den Verbandsplatz gebracht werden. Ein Junge aus Schörzingen proklamierte, dass die Weilemer dem Verletzten „s’halbe Hirn rausgworfa“ haben. Daraufhin erhob sich in den Weilener Reihen ein wahres Indianergeheul: „Halbhirn, Halbhirn, Halbhirn!“
Bald aber ging die Schlacht weiter, und auch die Weilener mussten ihren Hauptmann blutend wegbringen. Sie baten um Waffenstillstand, da Cyriak Seifritz derartig am Kopf verletzt wurde, dass ihm, Zitat: „der Schädel brummte, als wenn ein ganzer Hummelschwarm darin säße“. In den Schörzinger Reihen erhob sich nun ihrerseits ein Chor: „Hummler, Hummler, Hummler!“
Für diesen Tag war die Schlacht beendet, aber seither haben sowohl die Schörzinger als auch die Weilener ihren örtlichen Spitznamen bis auf den heutigen Tag: Die „Halbhirn“ und die „Hummel“.
Die Figur Hummel Die Narrenfigur Hummel besteht aus den Grundfarben Schwarz, Braun und Gelb entsprechend dem Vorbild in der Natur. Er trägt schwarze Schuhe, dazu Stulpen mit gelben Bobbeln, die Blütenpollen symbolisieren sollen. Die schwarze Hose ist aus Cordstoff gefertigt.
Das Kleid selbst besteht aus braunem Samt. Ursprünglich wurde es von einem Deilinger Maler entworfen.
Das Kopfteil setzt sich aus einer Holzmaske mit freundlichem Gesicht, Fühlern und einem braunen Samttuch zusammen. Darauf befestigt ist noch eine Pollenkrone. Die Maske wurde von einem Rottweiler Holzschnitzer entworfen und im Laufe der Jahre verfeinert.
Ergänzend dazu trägt der Hummel sein Gschell mit Glocken aus Messing, die an einem Lederriemen befestigt sind. Jeder Hummel trägt einen Korb mit Süßigkeiten für die Kinder.
Im Jahre 1990 wurde das Kleid durch verschiedene Stickereien und gelbe Bordüren aufgewertet. Die Bordüren, die am Saum des Kleides angenäht sind, sollen die pelzhaarige Behaarung des Hummels symbolisieren. Stickereien befinden sich auf der Vorderseite des Kleides: das Wappen der Gemeinde Weilen und die Abbildung einer Sonnenblume.
Auf der Rückseite des Kopftuches ist der Dorfplatz eingestickt, mit der ältesten Fasnachtstradition, der Polonaise am Rosenmontagmorgen. Seit 1968 gehört der „Weilener Hummelmarsch“ von Gustav Lotterer zur Ortsfasnet.
Die Zunft früher Auf der Homepage der Narrenzunft Weilen wird die Entstehungsgeschichte der Narrenzunft dokumentiert: Bereits in den vergangenen Jahrhunderten gab es in Weilen närrisches Brauchtum, das aber noch nicht organisiert war. Anfang des 20. Jahrhunderts, als die erste Musikgruppe in Erscheinung trat, fanden größere Fasnachtsumzüge und Theateraufführungen statt. Mit der Auflösung der Musikkapelle ging das organisierte Fasnachtstrieben wieder zurück.
Nach dem Zweiten Weltkrieg, 1947 wurde die Fasnacht in Weilen neu aufgezogen und von einem Elferrat organisiert. Damals war der Verein jedoch nicht ins Vereinsregister des Landgerichts Balingen eingetragen. Dies geschah im Jahr 1964. Seither wird die Fasnacht in Weilen jedes Jahr vom Weilener Elferrat organisiert.
Die Zunft in der Neuzeit 1997 wurde zum ersten Mal am Montagmorgen die Festhalle nicht geöffnet, stattdessen wird seither an jedem Rosenmontagabend die Fasnacht in einer Besenwirtschaft gefeiert.
Seit 2005 ergänzt die Garde die Narrenzunft. Die Pandemie hinterließ in den Jahren 2020 bis 2022 auch in närrischen Weilen Spuren: 2020 wurde die Fasnet noch wie gewohnt gefeiert, 2021 hingegen musste die komplett vorbereitete Fasnet pandemiebedingt ausfallen. Vereinzelt wurden jedoch einzelne Narren am Rosenmontag gesichtet die sich, mit entsprechendem Abstand, das Narren nicht nehmen ließen.