Rainer Mink von der Firma Dinies bedankt sich bei Eva Aichelmann von der Firma Scheidel, die den Mitarbeitern der umliegenden Firmen ein Impfangebot gemacht hat. Foto: Schmidt

Das Impfangebot der Firma Scheidel (Villingendorf) stieß auf ein Rieseninteresse. Auch die Gemeindeverwaltung nutzte die Chance. Am Wochenende stehen auf dem Berner Feld 2000 Impfdosen zur Verfügung.

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Villingendorf - Zwischen 11.30 und 14 Uhr wurde in Villingendorf geimpft. Die Firma Scheidel lud ihre Mitarbeiter und die der Unternehmen aus der Nachbarschaft zur Erst-, Zwei- oder Boosterimpfung und darüber hinaus noch zur Grippeimpfung ein. Insgesamt konnten 150 Dosen, die der Praxis um Bernhard Schönemann zur Verfügung stand, verimpft werden.

95 Prozent

Mit dieser Aktion weist die Firma Scheidel auf die Dringlichkeit der Lage hin. Die Impfung könne die Mitarbeiter vor einem schweren Verlauf der Krankheit schützen, sagte Maximiliane Scheidel.

Bereits im Frühjahr sei ein Coronateam im Hause Scheidel aufgestellt worden, bestehend aus Mitarbeitern, Sicherheitsbeauftragten und dem Betriebsarzt. Es sei umfangreich aufgeklärt und vermittelt worden, dass "Solidarität ein Mittel gegen Corona ist". Im Ergebnis hätten sich 95 Prozent der Mitarbeiter im Haus impfen lassen.

"Genial, tolle Aktion"

Sarah Carvana nutzte die Einladung der Firma Scheidel. Für sie war es die Drittimpfung. Ihre erste Impfung habe sie in ihrem Heimatland Malta bekommen. Sie freue sich sehr, dass sie "so einfach an die Booster-Impfung komme".

"Genial, tolle Aktion, bin begeistert." Die Geimpften, die nur kurz warten mussten, weil die Aktion gut organisiert war, überschlugen sich mit Dankesworten.

Neun Erstimpfungen

Reiner Mink von der Firma Dinies brachte sogar ein Fläschchen Wein mit zur Impfung. Und die Gemeindeverwaltung, vertreten auch durch Hauptamtsleiter Armin Mei und Kämmerer Michael Hardtmann, lobten die Aktion als "hervorragend".

Unter den Impfungen wurden auch neun Erstimpfungen vorgenommen, freute sich Katharina Scheidel. Darunter ein Mitarbeiter vom Turnier- und Ausbildungsstall Ewald Güss. Er sei erst vor sechs Wochen von Moldawien nach Deutschland gekommen, erläuterte Ute Güss, die ihn zum Impftermin begleitete.

"Massiv gestiegen"

Für Bernhard Schönemann war es der erste Betriebsimpf-Termin an diesem Tag. In der Woche werde er zwei bis drei Mal zu Betriebsimpfungen gerufen. Am Nachmittag des Tages ging es für das Schönemann-Team weiter auf dem Berner Feld zum Impfcenter Rottweil.

Die Nachfrage nach Impfungen sei "massiv gestiegen". Als die Kreisimpfzen­tren ihre Türen schlossen, lag die Auslastung bei lediglich zehn Prozent, sagte Schönemann. Das hätten niedergelassene Ärzte gut bewältigt können. Die "Pandemie der Ungeimpften" habe die Situation wieder verschärft.

Beim jüngsten großen Impftermin hätten sich immerhin 25 Prozent der Personen für eine Erstimpfung angemeldet. Allerdings nur die Hälfte davon für "Biontech", sagte Schönemann. Die andere Hälfte habe sich für "Johnson & Johnson" entschieden.

2000 Dosen stehen bereit

Auf dem Berner Feld bestehe für Samstag und Sonntag erneut ein Impfangebot. Nicht mehr nur am Vormittag, sondern jeweils zwischen 8 und 19.30 Uhr. Insgesamt würden 2000 Dosen verimpft. Auch eine Chance für diejenigen, denen bei der Firma Scheidel kein Angebot gemacht werden konnte.

Durch Mund-zu-Mund-Propaganda sei die Nachfrage nach einem Impfangebot bei der Firma Scheidel so gewachsen, dass die Impfdosen nicht ausgereicht und Interessierte abgewiesen werden mussten, sagte Maximiliane Scheidel. Sie schließe nicht aus, dass bei Bedarf noch einmal ein Termin angeboten werde.