Bad Liebenzell - Wäre er nicht noch so jung, vielleicht hätte das Kommando Spezialkräfte (KSK) Tom gleich da behalten. Jedenfalls hat der Siebenjährige aus dem Bad Liebenzeller Höhenstadtteil Möttlingen sich beim Besuch in der Calwer Graf-Zeppelin-Kaserne überaus geschickt und sportlich gezeigt.
 

»Angst kennt er nicht«, sagt Mutter Natascha, als sich Tom Weigert behände an der Kletterwand nach oben hangelt. Da macht ein solch mutiges Kerlchen der Mama schon manchmal Sorgen.
Beim Besuch bei der Bundeswehr konnte dem Zweitklässler freilich nichts passieren. Da haben Presseoffizier Jan Weber und Oberstabsfeldwebel Heiner B., die ihn am Kasernentor begrüßten, Vorsorge getroffen. Tom war natürlich abgesichert. Schnell hatte er eine Höhe von rund acht Metern an einer der höchsten Kletterwände Europas erreicht.
 

Tom war in seinem Element. So strahlt er, als er im Sprungsimulator festgegurtet und ihm ein Helm aufgesetzt wird. »Das ist die längste Schaukel von Calw«, scherzt einer der Soldaten. Auch als er nach oben gezogen wird, verfliegt die gute Laune nicht.
 

»Das interessiert mich schon sooo lange« hatte der Grundschüler in seiner Mail an unsere Zeitung geschrieben. Und: »Ich würde mir gerne die Bundeswehr-Kaserne in Calw ansehen«, hatte sich Tom gewünscht. Dies wurde ihm nun mit Unterstützung der Sparkasse Pforzheim-Calw erfüllt.
 

»Das interessiert ihn schon lange«, erzählt seine Mutter, war doch sein Vater selbst bei der Bundeswehr. Immer wieder, wenn sie mit ihm an der Kaserne vorbei fährt, fragt er, was sich hinter dem großen Eisentor wohl abspielt.
 

Aufgeregt war Tom natürlich auch. Die Nacht vor seinem Besuch konnte er kaum schlafen. Trotzdem war er dann hellwach.
 

»Was, so groß sind die?«, fragt er erstaunt, als er die Halle betritt, in denen die Fallschirme getrocknet werden. Danach werden sie gepackt. Das ist eine Arbeit, die ganz exakt ablaufen muss, denn schließlich muss der Schirm beim Sprung aufgehen. Das Gerät muss stets so gepackt werden, wie wenn es der eigene Schirm wäre, lernt Tom. So dürfen keine Knoten in den Seilen sein, und die Soldaten achten akribisch darauf, dass alle Schirme in Ordnung sind.
 

Dann folgt der Höhepunkt von Toms Besuch. Eigentlich wollte er in einem Panzer mit fahren. Doch darüber verfügt das KSK nicht. Stattdessen bestieg der Junge ein Hägglunds, einen gepanzerten, kettengetriebenen Geländetransporter. Das in Schweden hergestellte Fahrzeug wird vor allem auf einer geschlossenen Schneeoberfläche eingesetzt, erläutert Hauptmann Weber.
 

Fachmännisch setzt sich Tom das Mikro auf, damit er sich bei dem hohen Lärmpegel im Innenraum mit der Stabsunteroffizierin, die den Hägglunds lenkt, unterhalten kann.

Dann geht es raus auf den Standortübungsplatz. Mit hohem Tempo braust das Fahrzeug durchs Gelände und nimmt spielend eine steile Böschung. Welchem Jungen macht das keinen Spaß!
Viel zu schnell geht die Zeit vorbei. Am Ende schenkten die Soldaten der Eliteeinheit Tom eine Urkunde und eine coole Taschenlampe. Diesen tag wird er sicher nicht so schnell vergessen wird.