Waldachtal Salzstetten verliert eine Persönlichkeit

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Reinhold Luger Foto: Schwarzwälder-Bote

Von Walter Maier

Salzstetten trauert um eine Persönlichkeit. Bauunternehmer Reinhold Luger ist im Alter von 80 Jahren gestorben.

Waldachtal-Salzstetten. Er engagierte sich als Gemeinde- und Ortschaftsrat in der Kommunalpolitik und war in fast allen Vereinen Mitglied und vielfach Ehrenmitglied. Salzstetten hat mittlerweile nahezu 30 Vereine.

Bei der Trauerfeier mit Requiem in der vollbesetzten katholischen Sankt Agatha-Kirche würdigte Pfarrer Anton Romer in seiner Traueransprache den Verstorbenen: "Reinhold Luger hat das Ortsbild von Salzstetten – im wahrsten Sinne des Wortes – wesentlich mitgeprägt. Weil der gelernte Maurermeister 1962 sein eigenes Maurer-Geschäft gründete, deshalb tragen viele Häuser hier und in der Umgebung mit seine Handschrift."

Musik spielte eine große Rolle im Leben von Reinhold Luger. Es war sein Lebenselixier. Mit seiner Klarinette war er dem Musikverein eine Stütze und nach seiner langjährigen aktiven Zeit wirkte er mit Herzblut viele Jahre bei den Salzstetter Altmusikanten mit. Von Beginn an spielte er ab Ende der 1970er-Jahre als Musikclown bei den Lustigen Tuders mit, einem Vorläufer der Narrenzunft, wo er Gründungs- und Ehrenmitglied war. Nach seiner aktiven Zeit hat er kein Kurkonzert des Musikvereins und des Harmonikavereins ausgelassen. Er war einer der treuesten Fans. Für die Musikkapelle war es daher eine Ehrensache, die Trauerfeier in der Kirche musikalisch zu umrahmen, wo Reinhold Luger früher auch Dienst als Ministrant tat. Gebhard Steimle leitete die Kapelle, die Altmusikant Siegfried Dettling verstärkte. Sie spielten auch "Ich hatte einen Kameraden" für den geschätzten Musikkameraden.

Ausbildung zum Maurer

Seine Wiege stand in der Oberndorfstraße in Salzstetten. Als jüngster Sohn von Adolf und Eleonore ist er zusammen mit seinen älteren Geschwistern Martha und Lore aufgewachsen. Nach seiner Kindheits- und Schulzeit baute er durch die Ausbildung zum Maurer das Fundament für seine Zukunft. An seinem 24. Geburtstag – also vor 56 Jahren – feierte er mit seiner Frau Gertrud die Hochzeit. Nach der Vermählung machte Luger seinen Maurermeister, sodass er 1962 sein eigenes Baugeschäft gründen konnte. Seine Frau war von nun an nicht nur für die Familie – zu der bald fünf Kinder gehörten, zuständig – sondern auch für das Büro – was gewiss eine große Aufgabe war. "Scheinbar waren sie ein gutes Team und so funktionierten Firma und Familie", sagte Pfarrer Romer zu den vielen Trauergästen. Sein aufgebautes und gut dastehendes Maurergeschäft mit bis zu 15 Beschäftigten hat er nach 33 Jahren im Jahr 1995 rechtzeitig an seinen Sohn Klaus übergeben.

Natürlich hat Luger als Maurermeister mit Leib und Seele weiter im Geschäft mitgearbeitet, so wie man ihn brauchte. Oftmals war er auch der Notnagel. Lange ging es ihm gesundheitlich altersbedingt gut und bis zuletzt war er für seinen goldenen Humor bekannt. Erst seit Ende Oktober 2015 begann sein rapider gesundheitlicher Abbau. Nach einigen Wochen in Krankenhäusern kam er nach Hause und bedurfte von da an der Pflege. Dankbar konnte er sein, dass seine Frau Gertrud, unterstützt von seiner Tochter Elke und der Sozialstation, diesen Dienst für ihn tat und er so zu Hause bleiben und zu Hause Sterben konnte.

Pfarrer Romer meinte: "Manchmal ist es seltsam. Nachdem am Samstag noch alle seine Lieben, seine fünf Kinder mit Familien – dazu gehören inzwischen elf Enkelkinder – bei ihm waren, durfte er friedlich einschlafen und ging uns so in die Ewigkeit voraus. Nur fünf Minuten, nachdem die letzten gegangen waren, ging sein Lebensweg – zu diesem Zeitpunkt unerwartet – im Beisein seiner Frau Gertrud zu Ende."

Erst vor wenigen Tagen, am 9. Januar, konnte Reinhold Luger noch seinen 80. Geburtstag im Kreise seiner Lieben feiern. Allerdings war er da schon gesundheitlich so geschwächt, dass er im Bett bleiben musste. Dass genau eine Woche später seine Lebensuhr ablaufen würde, das konnte man an seinem Achtziger noch nicht ahnen.

Um den Verstorbenen trauern neben Ehefrau Gertrud, geborene Erath, die Kinder Inge, Reiner, Elke, Klaus und Rudolf mit ihren Familien. Die elf Enkel Ronja, Alice, Vicky, Lisa, Max, Fabian, Aylin, Julian, Marvin, Laura und Joshua vermissen ihren Opa, der sich ihnen zeitlebens sehr zugewendet hat.

Reinhold Luger hinterlässt im Gemeinde- und Vereinsleben seiner Heimatgemeinde Salzstetten eine Lücke.

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