Von Rul Jetter

Waldachtal-Salzstetten. Zum Staunen hatte man am vergangenen Samstagnachmittag allen Grund: Über das Gelände auf der Höhenlage Salzstetten, über die Menschen, die gekommen waren, über das Engagement der Gastgeber Dieter und Elsbeth Mezger, über die Atmosphäre insgesamt.

Das Adventsfest, zum fünften Mal im privaten Anwesen veranstaltet, wurde vom Liederkranz Salzstetten zusätzlich zum Adventssingen genutzt.

Das äußere Umfeld war stimmig. Über dem Ort befindlich, der Blick ins Dorf hinunter mit dem erleuchteten Kirchturm, dann über das Land hin zu den blauen Albbergen. Der frische Wind, der leichte Regen dazwischen, die Schneereste von den Vortagen, die Menschen, nicht nur aus Salzstetten, auch aus ganz Waldachtal und darüber hinaus in dem abwechslungsreichen Gartengelände, das die Qualitäten eines Parks besitzt. Zuerst der sich neigende Tag, dann die anrückende Dunkelheit, die knackigen Feuerstöße mit lodernden Holzscheiten, sicher hinter Gittern und von Lukas Schwarz kontrolliert.

Die Romantik war spür- und greifbar. Dann heiße Getränke: Glühwein, Punsch und Essbares, Gebackenes aus der Weihnachtsbäckerei. Die Versorgungsstelle wohlgefällig in der Glaspyramide deponiert und von Familienmitgliedern betreut. Überhaupt die Gastfreundschaft. Dieter und Elsbeth Mezger, seit 20 Jahren hier oben ansässig und damals von Stuttgart-Vaihingen nach Salzstetten gezogen, hatten zu diesem außergewöhnlichen Treff eingeladen. Gastgeberin Elsbeth Mezger meinte: "So viele Besucher hatten wir noch nie." Man versuchte, die Besucherzahl abzuschätzen. "Siebzig oder achtzig." Als Ältester Rudolf Schmelzle, 89-jährig. Die Idee zu einem solchen Event hatte vor fünf Jahren Tochter Carola.

Dieter Mezger begrüßte in einer "Adventsrede" die Gekommenen, Bekannte und auch neue Gesichter, solche Besucher, die im Laufe des Jahres einmal über das blühende Gelände gegangen waren – es gab einige Gruppen und auch Schüler aus den Waldachtaler Schulen. "Mit dem Adventsfest wollen wir den Winter einfach ignorieren" gab Mezger als Leitlinie für den Abend vor. Dazu sollte der Abend dienen: Das Singen fröhlicher Lieder mit Begleitung von Gebhard Steimle auf dem Akkordeon, frohe Stimmung, Trompetensoli von Jens Hemminger, ebenso einige Worte von Diakon Ralf Hornberger von der evangelischen Kirche zum tieferen Sinn von Weihnachten. Außerdem mitgebrachte Gutsle und deftige Saitenwürste.

Singen fördert die Fröhlichkeit und vermittelt Freiheit

Die Integration in die Dorfgemeinschaft von Salzstetten ist durch diese Einladung der Familie Mezger um ein schönes Beispiel erweitert. Über den Liederkranz Salzstetten gelangte der Neubürger Dieter Mezger vor Jahren per Shantychor zum Singen, obwohl dies damals nicht unbedingt zu seinen Vorlieben zählte. Unter seinen Brüdern war das ähnlich: Die Mutter versammelte dereinst ihre sechs Buben um das Harmonium, das sie spielte, um zur Festzeit Weihnachtslieder einzuüben. Sie musste feststellen, dass daraus nichts "Gescheites" wurde. Umso mehr ist die Wende zum Singen bei Dieter Mezger heute hervorzuheben. Dass Singen die Fröhlichkeit fördert und auch ein Stück Freiheit vermittelt, davon sind jetzt Dieter Mezger und seine Frau Elsbeth überzeugt. Sie sind aktive Mitglieder beim Liederkranz geworden. Ihre Parkanlage, auch als "Salzstetter Naturinsel" apostrophiert, gibt zu mancherlei Begegnung gute und schöne Gelegenheit. Und jetzt ist dies erneut praktiziert und verdient Anerkennung: "Die Freude im Advent möchten wir wieder mit anderen teilen." Dies ist zweifellos wiederum gelungen.