Von Rul Jetter

Waldachtal. Die Neuorientierung, die im Jahr 2012 den Verein Biblischer Rundwanderweg Waldachtal beschäftigte, kam zu einem erfolgreichen Abschluss. Bei der Hauptversammlung am Freitag im Gemeindehaus in Tumlingen mit 26 Besuchern konnte ein neuer Vorstand gewählt werden.

Das war Voraussetzung für eine zukunftsfähige weitere Vereinsarbeit. Im April war eine außerordentliche Versammlung vorausgegangen.

Die Neubesinnung des Vereins, der im Bundesgebiet seinesgleichen sucht und dessen Projekt, der biblische Rundweg mit seinen 90 Stationen, als Unikat gilt, war im Zusammenhang mit der Zurruhesetzung von Pfarrer Wolfgang Lange ausgelöst worden. Lange ist der Inspirator und Initiator des Rundwanderwegs in Waldachtal, sein Name wird stets mit dem BIRWA (wie der biblische Rundwanderweg abgekürzt auch bezeichnet wird) untrennbar verbunden bleiben. Gleichzeitig hat die Vorstandschaft des Vereins erklärt, die Ämter, die man zum Teil seit der Vereinsgründung im Jahr 2000 inne hatte, nicht mehr weiter auszuüben.

Der drohende personelle Engpass, der zuerst nicht beseitigt werden konnte, wirkte sich auch auf die praktische Vereinsarbeit aus: Im Jahr 2012 ließen sich keine Gruppenführungen durchführen. Anfragen mussten abschlägig beschieden werden. Eine Tatsache, die die Verantwortlichen und das Führungsteam belastete, war doch damit der Vereinszweck mit dem missionarischen Auftrag nicht erfüllbar. Immerhin waren im Jahr 2011 anlässlich 52 Führungen 1045 Besucher registriert worden.

Die Ansetzung der Hauptversammlung – gerade noch vor Ende des Jahres 2012 – zur Aufarbeitung des Vereinsjahres 2011 und die Weichenstellung für das kommende Jahr erzeugte bei den Mitgliedern eine Spannung und eine Erwartung zugleich. Der Tagesordnungspunkt "Wahl des neuen Vorstands" hatte es in sich. Es verlautete, die Ämter des 1. und 2. Vorsitzenden und des Schatzmeisters müssen mindestens besetzt werden, um die Existenz des zwölf Jahre alten Vereins, der heute 45 Mitglieder zählt, zu gewährleisten. Als die Wahl dann dran war, wurden gleichsam "brauchbare" Kandidaten aus dem Hut gezaubert. Die Wahlhandlung, von Mitglied Rul Jetter vorgenommen, konnte abgewickelt werden, die eine oder andere Formalie galt es noch zu berücksichtigen. Alle Kandidaten – eine Kandidatin war darunter – wurden einstimmig und jeweils mit satter Mehrheit gewählt. Lediglich der Posten des Schriftführers ist mit einer Interimslösung versehen, die Hoffnung auf eine baldige konstante Regelung ist jedoch groß. Allerseits in der Runde eine Erleichterung bei den Mitgliedern, als "der weiße Rauch aus dem Kamin" aufsteigen konnte.

Somit ist der neue 1. Vorsitzende Siegfried Holstein (68), Lehrer im Ruhestand, wohnhaft in Schopfloch, Gründungsmitglied, also zwölf Jahre beim Verein. Der 2. Vorsitzende ist David Keppler (35), Architekt aus Unteriflingen. Kassiererin wurde Julia Kaufmann aus Tumlingen, sie ist auch bereit, interimsmäßig den Posten als Schriftführerin zu übernehmen. Hier zeigt sich der Trend zur Verjüngung. Bei den Beisitzern wurde das vierköpfige Team um zwei Mitarbeiter erweitert: Zu Fritz Stolz (bisher 2. Vorsitzender), Jakob Rein, Hans Bohnet und Jürgen Kaufmann (alle Waldachtal) gesellen sich Hermann Keppler, Unteriflingen, und Werner Würfele aus Dornstetten-Aach hinzu, beide im Rentner-Status. Die Kassenprüfer bleiben Erwin Kirschenmann und Uwe Issler.

Eine der ersten offiziellen Handlungen des frisch gewählten Vorsitzenden Siegfried Holstein war die gebührende Verabschiedung der seitherigen verantwortlichen Aktiven. Burkhard Büchner war von der Gründung an 1. Vorsitzender, Fritz Stolz war elf Jahre lang zweiter Vorsitzender und Marianne Müller von Anfang an Kassiererin. Mit Dankesworten und Geschenken und auch Beifall der Mitglieder wurden sie verabschiedet.

Vor den Wahlen hatte Burkhard Büchner seine letzten Jahresbericht als Vorsitzender erstattet, den letzten Kassenbericht – über 2011 – hatte Marianne Müller gegeben, den Bericht der Kassenprüfer hatte Erwin Kirschenmann vorgetragen. Kirschenmann führte dann auch die Entlastung der Vorstandschaft durch.

Beim Ausblick auf das Jahr 2013 wurde bekannt gegeben, dass der zur Tradition gewordene Erntebittgottesdienst auf dem Schellenberghof Kaufmann am Sonntag, 30. Juni, stattfinden soll.