Von Marzell Steinmetz

Vöhringen. Zwei junge Frauen vom Fach übernehmen die "Rötenmühle" in Vöhringen. Melanie Gawlik aus Vöhringen und Sabine Außersteiner, die aus Bergfelden stammt, in Haigerloch aber wohnt, planen die Wiedereröffnung des Lokals für Ende Februar.

Die beiden Frauen kennen sich seit zehn Jahren. Zusammen wollten sie sich schon länger selbstständig machen. Ideen habe es viele gegeben, sagt Melanie Gawlik. Die "Rötenmühle" war schließlich das für sie passende Objekt.

Die 29-jährige Vöhringerin absolvierte im Schloss Haigerloch eine Ausbildung zur Restaurantkauffrau. Ein Jahr lang arbeitete sie in der Gastronomie in Ischgl, wo sie sich zur Sommelière weiterbildete. Die in Österreich erworbenen Wein-Kenntnisse will sie künftig auch in der "Rötenmühle" anwenden.

Sabine Außersteiner erlernte den Beruf der Hotelfachfrau im 3-Sterne-Hotel Grüner Wald in Lauterbad. Weitere berufliche Stationen waren das Hotel Schloss Haigerloch, der "Schwanen" in Haigerloch, und danach leitete sie ein Bistro in Balingen.

Die Kontakte zum Eigentümer der "Rötenmühle", Heinz Hauser, kamen bei der Landesgartenschau in Nagold zustande. Dort war die 34-Jährige Teamleiterin im großen Bewirtungszelt. Zwei Tage nach dem ersten Gespräch schaute sie sich zusammen mit ihrer Kollegin die Rötenmühle an: "Dann war es konkret".

"Für mich ist die ›Rötenmühle‹ ein Kindheitstraum", verrät Sabine Außersteiner. Sie verbindet mit dem Lokal am Ortsrand von Vöhringen, direkt an der Gemarkungsgrenze zu Bergfelden, viele Erinnerungen. Das allein war allerdings nicht ausschlaggebend: "Da passt alles, vom Ambiente und von der Klientel her, die wir erreichen möchten", erklären die künftigen Pächterinnen. Sie stürzen sich auch nicht blind in ein Abenteuer, sondern haben sich zuvor gründlich beraten lassen. Auch wenn sie in der gehobenen Gastronomie tätig waren: Ein "Gourmettempel" ist nicht geplant. Unter ihrer Leitung sollen sich in der "Rötenmühle" Familien genau so wohl fühlen wie Firmenvertreter, die dort Seminare abhalten können.

Neben der ausgebauten Scheune, die für Veranstaltungen wie Hochzeiten, Firmenfeiern, Schulungen oder kulturelle Events genutzt werden kann, wird der Biergarten im Sommer stärker aufgewertet. Die neuen Pächterinnen wollen ihn unter anderem mit Frühschoppen und Live-Musik beleben. Die Küche ist gut-bürgerlich ausgerichtet. Die Lokalbetreiberinnen setzen auf regionale Produkte und Lieferanten. Das gehöre auch zu ihrer Philosophie, betonen sie. Selbstgemachte Marmeladen, Soßen und Wein sollen zusätzlich nebenher verkauft werden.

Insgesamt werden für den Gastronomiebetrieb fünf Vollzeitstellen geschaffen. Hinzu kommen Aushilfskräfte.

Der genaue Eröffnungstermin steht noch nicht fest. Dieser hängt vor allem davon ab, wann der Umbau der Küche abgeschlossen werden kann.