Vöhringen - Die Jäger wollen weiter ihre Leidenschaft pflegen – nur nicht um jeden Preis. Die Gemeinde hätte gerne auch künftig die ortsansässigen Waidmänner an Bord – aber nicht um jeden Preis. Im Gemeinderat gab es jetzt eine Aussprache.

Angesichts der bevorstehenden Jagdverpachtung zum 1. April 2013 hatte die Jägerschaft eine Informationsveranstaltung für das Entscheidungsgremium angeregt. Dem war Bürgermeister Stefan Hammer gerne nachgekommen, und um die fraglichen Aspekte der Jagd von möglichst allen Seiten kompetent beleuchten zu können, waren auch Günter Hieß, der öffentlich bestellte Gutachter in Wildschadensfragen im Landkreis, Vertreter der Forstverwaltung und alle Mitglieder der Jagdgenossenschaft eingeladen. Die Jäger hatten den stellvertretenden Hegeringleiter Wilhelm König mitgebracht, der an den Verhandlungen für den neuen Pachtvertrag in Sulz beteiligt war. So ein Vertragswesen könnten sich auch die Vöhringer Jäger gut vorstellen, wurde nach der zweieinhalbstündigen Veranstaltung klar.

Sie haben nämlich ein Problem: Das Schwarzwild vermehrt sich stark, die Bejagung wird schwieriger, die Schäden nehmen zu, bezahlen müssen die Jäger. Sie tun das bisher in gutem Einvernehmen mit den Landwirten. Allerdings befürchten sie ein Risikopotenzial, das ihre Möglichkeiten übersteigt. Ihre Idee: Die Jagdgenossen, also die Grundeigentümer, bei denen Jagdrecht und Schadensübernahme zunächst liegen, ein bisschen an der Schadensregulierung zu beteiligen.

Hatte man früher immer bange in den Forst geschaut, wo das Rehwild der Zukunft mit Genuss die Triebe abäste und so für Schaden sorgte, spielt das heute keine zentrale Rolle mehr. Das Problem heißt Schwarzwild und kommt im Verein mit einer veränderten Landwirtschaft und verändertem Freizeitverhalten: unkalkulierbar. Dazu wird sich in absehbarer Zeit auch noch das Landesjagdgesetz ändern. Angesichts solcher Aussichten möchten sich die Vöhringer Jäger jedenfalls nicht auf neun Jahre an einen Vertrag binden, der ihnen das volle Risiko zuschiebt.

Allerdings hat sich auch noch etwas anderes verändert: die Jagdbezirke. Die Gemeinde mit ihrem großen Forstanteil ist gehalten, einen Eigenjagdbezirk zu bilden, dem der Privatwald zugeschlagen wird. Die Feldjagd mit ihren beschriebenen Risiken ist ein Bezirk, der von der Genossenschaft verpachtet wird. Auch in dieser Hinsicht will ein neues Vertragswerk gut überdacht sein.