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Villingen-Schwenningen Zeitzeugin berichtet

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Villingen-Schwenningen. Die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen lädt anlässlich des Gedenktags für die Opfer des Nationalsozialismus für Dienstag, 28. Januar, zum Zeitzeugenvortrag von Eva Mendelsson-Cohn ins Martin-Luther-Haus, Wehrstraße 2 in Villingen, ein. Beginn ist um 19 Uhr.

1931 in Offenburg geboren, lebt Eva Mendelsson-Cohn heute in London und ist als Textilkünstlerin tätig. Als Kind wurde ihr wie allen jüdischen Kindern der Schulbesuch verwehrt, weswegen sie die "Zwangsschule" für jüdische Kinder in Freiburg erst in den Räumen der Lessingschule, dann im zerstörten jüdischen Gemeindezentrum besuchen musste.

Am 22. Oktober 1940 wurde sie mit ihrer Mutter Sylvia und ihrer Schwester Myriam in das Lager Gurs deportiert. Eva und Myriam wurden durch die OSE (oevre de secours aux enfants) aus dem Lager gerettet. Ihre Mutter wurde in Auschwitz ermordet, ihre Schwester Esther wurde von München aus, wo sie als Behinderte in einem Kinderheim lebte, nach Theresienstadt und danach mit einem der letzten Transporte nach Auschwitz deportiert und dort noch in der Gaskammer ermordet.

Nach dem Krieg zogen die Schwestern zum Vater nach England. Nach der Schulzeit arbeitete Eva Cohn im Hotelgewerbe. 1954 heiratete sie Wolfgang Mendelsson († 2000), mit dem sie drei Kinder hat. Eva Mendelsson erhielt 2006 in Gengenbach die Hermann-Maas-Medaille. Die Geschichte der Familie Cohn ist in den Büchern "Familie Cohn", "Gedichte und Briefe von Sylvia Cohn", "Inzwischen sind wir nun besternt worden" von Martin Ruch beschrieben.

Der Eintritt zu der Veranstaltung ist dank der Unterstützung des Gedenkstättenreferates der Landeszentrale für politische Bildung frei.

 
 

Ihre Redaktion vor Ort Villingen

Cornelia Spitz

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