Villingen-Schwenningen "Sind dankbar, dass wir sensibilisiert werden"

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Beim Rundgang durch den Neckarstadtteil erläutert Fritz Schepper vom Necklemer Bürgerverein (Vierter von rechts) die Besonderheiten der Wohnhäuser. Foto: Schwarzwälder-Bote

Eine positive Resonanz erhielt die erste Informationsveranstaltung zum Pauluskindergarten, zu der Elternbeirat, evangelische Kirche und Necklemerverein eingeladen hatten. Auch OB Rupert Kubon war gekommen, um Stellung zu beziehen.

VS-Schwenningen. "Rettet den Pauluskindergarten" – dieses Projekt beschäftigt besonders den Elternbeirat seit einigen Wochen intensiv. Nachdem mittels Online-Petition und ausgelegten Listen mittlerweile 4400 Stimmen für den Erhalt des Kindergartens zusammengekommen waren, sollten sich gestern Vertreter des Gemeinderats sowie des Jugendhilfeausschusses ein Bild vom Gebäude, dem Sozialraum sowie dem Neckarstadtteil machen.

Katharina Gärtner vom Elternbeirat erläuterte anhand von sozialanalytischen Erkenntnissen zum Neckarstadtteil, der Historie sowie der Besucherstatistik die Bedeutung des Pauluskindergartens als identitätsstiftende Institution, die auch von einer Vielzahl der Bürger so wahrgenommen werde.

Synergieeffekte seien zusammen mit der Pauluskirche immer wieder zu spüren. Zudem träfen hier unterschiedliche Kulturen aufeinander und die Integration gelinge sehr gut. Auch das Personal sei durch Weiterbildung stets "oben auf" – im Gegensatz zum Gebäude, das stark sanierungsbedürftig ist.

Es gebe weder eine Beschlussvorlage noch die Absicht, den Kindergarten zu schließen, betonte OB Rupert Kubon mehrmals. Trotzdem wisse er, dass der bauliche Zustand problematisch ist.

Zudem verwies Kubon auf die Prioritätenliste für die Um- und Neubaumaßnahmen der Kindergärten in Schwenningen, die bereits in der jüngsten Jugendhilfeausschuss-Sitzung erläutert wurden: Zunächst würden die Wilhelmspflege und der St.- Elisabeth-Kindergarten in Angriff genommen, dann werde sich die Stadt mit dem Pauluskindergarten beschäftigen. Zudem kündigte der OB an, künftig einen Fokus auf sozialraumorientiertes Arbeiten zu legen und im Neckarstadtteil anzuwenden.

Lob für die Präsentation erhielt der Elternbeirat von den Stadträten: "Wir sind dankbar, dass wir für den Gemeinderat und den Jugendhilfeausschuss sensibilisiert werden", sagte Ulrike Heggen von den Freien Wählern. Getreu dem Motto "Wehret den Anfängen" mahnte besonders SPD-Stadtrat Frank Banse an, künftig notwendige Baumaßnahmen rechtzeitig anzugehen.

Pauluskirchen-Pfarrer Andreas Güntter, der den Kindergarten seit 22 Jahren kennt, zeigte sich kritisch: Die dritte Kindergartengruppe im Dachgeschoss, das durch fehlende Brandschutzertüchtigung am dringendsten saniert werden müsse, könne vielleicht vorübergehend nicht mehr betrieben werden. "Inwiefern ist dann der gesamte Kindergarten überhaupt überlebensfähig?", warf Güntter die Frage auf. Und: Es irritiere ihn, dass das Hochbauamt die Mittel von 40 000 Euro, die vor drei Jahren für einen zweiten Fluchtweg aus dem Dachgeschoss in den Haushalt gestellt wurden, bisher nicht genutzt habe.

"Wir hoffen, dass wir zusammen eine zukunftsfähige Lösung erarbeiten können", zeigte sich Katharina Gärtner schließlich optimistisch. Bei der anschließenden Begehung des Gebäudes kam immer wieder die gleiche Ambivalenz auf: "Man kann sich hier wohlfühlen", aber auch "Wir müssen etwas machen", hieß es vonseiten der Stadträte. Zudem lud der Necklemerverein zu einem kurzen Gang durch den Neckarstadtteil ein. Beim Blick auf den alten Bäcker, zu dem sie als Kind stets gegangen sei, sagte eine Anwohnerin emotional: "Nein, der Kindergarten darf einfach nicht geschlossen werden!"

Am nächsten Freitag haben die Stadträte ein weiteres Mal die Möglichkeit, sich über den Pauluskindergarten zu informieren.

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