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Villingen-Schwenningen "Pro Stolpersteine" provoziert mit Todesanzeige

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Elf der 19 im Besitz des Vereins "Pro Stolpersteine VS" befindlichen Kunstwerke haben bereits Paten – Vorsitzender Friedrich Engelke liebt die "Kunst der kleinen Schritte". Foto: Heinig

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Villingen-Schwenningen - Es ist Herbst und der Verein "Pro Stolpersteine Villingen-Schwenningen" tritt wieder auf die öffentliche Bühne. Ab Sonntag, 25. Oktober, werden in Villingen und Schwenningen wieder Mahnwachen für die Opfer des Nationalsozialismus abgehalten.

Bei der Jahreshauptversammlung blickte Vorsitzender Friedrich Engelke auf ein diesbezüglich erfolgreiches Winterhalbjahr 2014/15 zurück, verkündete, dass bereits elf der 19 angeschafften "Stolpersteine" Paten gefunden haben und formulierte den Wunsch vieler, noch mehr über die Biografien und Schicksale von Juden, Sinti und Romas, politisch und religiös Verfolgter sowie Euthanasieopfern zu erfahren.

Man plane daher, die Beiträge zu den kommenden zwölf Mahnwachen, die bis Ende Januar stattfinden sollen, in einer Broschüre zusammenzuführen, sagte Engelke. Um auf die sonntäglichen Mahnwachen um jeweils 19 Uhr aufmerksam zu machen, werden Vereinsmitglieder an jedem Samstag davor in den Innenstädten mit Plakaten werben und auch Sinn und Zweck der Stolpersteine in Erinnerung rufen.

Das Ansinnen, trotz der "Kunst der kleinen Schritte" doch auch hin und wieder zu provozieren, wie es sich auch Heinrich Schidelko wünschte, wurde begrüßt. So werde am Donnerstag, 22. Oktober, wenn sich der Tag der Deportation von Villinger Juden nach Gurs zum 75. Mal jährt, eine entsprechende "Todesanzeige" in den Tageszeitungen erscheinen, hieß es.

Der Verein beteiligt sich zu diesem Thema auch an der Veranstaltungsreihe von Volkshochschule, Stadtarchiv, Kirchenbezirk und Erwachsenenbildung und wird am 22. Oktober eine ökumenische Gedenknacht in der Johanneskirche in der Villinger Gerberstraße mitgestalten. In diese Reihe fällt auch die erste Mahnwache am Sonntag, 25. Oktober, die ausnahmsweise auf dem Bahnhofsvorplatz in Villingen beim Mahnmale für die Deportierten stattfinden wird.

Am 1. November trifft man sich dann wieder auf dem Münsterplatz, am 8. November findet die Mahnwache auf dem Muslenplatz in Schwenningen statt. Das Gesangsensemble "Futa" wird wieder mitwirken, kann aber nicht alle Termine abdecken. "Wir freuen uns über jeden Musiker und jede Gruppe, die sich beteiligen", sagt Constanze Kaiser und nimmt Anmeldungen gerne unter cokaiser@gmx.de entgegen. Auf die bisherige Schatzmeisterin Irene Leute-Reibenstein folgt ab Januar Raphael Werne.

 
 

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