Von Felicitas Schück Schwarzwald-Baar-Kreis. Kriminalhauptkommissar Franz Link freut sich auf Weihnachten. Dann kann die Polizei im Kreis endlich loslegen und die neuen Digitalfunkgeräte in Betrieb nehmen."Wir haben die Geräte schon und werden geschult", berichtet Link. Ausprobiert wurden die kleineren, handlichen Funkgeräte, mit denen alle Reviere und Posten im Kreis sowie Kriminal- und Verkehrspolizei ausgerüstet wurden, ebenfalls schon. Das Ergebnis überzeugt die Beamten: "In allen Schwarzwaldtälern können wir jetzt kommunizieren. In Notlagen haben wir eine Verbesserung". Gerade in Seitentälern, beispielsweise bei Triberg und Nußbach, brachen die Funkverbindungen beim analogen Funk ab, sogar im Hintervillinger Raum hatten die Beamten schon Probleme mit der aus den 50-er-Jahren stammenden Technik. "Die Sprachqualität war schlecht, abhörsicher waren die Geräte auch nicht."

Auch mit Handys konnte die Kommunikation nicht verbessert werden, weil es mancherorts keinen Empfang gibt, berichtet Link. Die neuen, mit Notruffunktion ausgestatteten Geräte gewährleisten "flächendeckende Kommunikation im tiefen Schwarzwald" wie sie zum Beispiel bei einem Brandunglück in Titisee-Neustadt notwendig sei. Beamte der Polizeidirektion Villingen-Schwenningen waren in Titisee-Neustadt vor Ort, aber dort wird die neue Technik vermutlich erst im Februar zum Einsatz kommen. Laut einer Pressemitteilung des Innenministers ist "der Ausbau des Digitalfunks für Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienste nahezu abgeschlossen."

Während die Polizei sich über die moderne abhörsichere Technik freut und bereits das Nachrüsten von drei weiteren Funkmasten im Schwarzwald-Baar-Kreis veranlasst hat, gucken Feuerwehr und DRK aber vorerst in die Röhre. Von Digitalfunkgeräten weiß Winfried Baumann, Geschäftsführer des DRK Villingen nichts. Bekanntlich ist die Rettungsleitstelle in der Villinger Josefsgasse für Digitalfunk nicht geeignet und über einen neuen Standort wird schon seit längerem verhandelt.

Während der Kreistag vor allem hinter geschlossenen Türen über das Thema sprich und das Thema als "Top Secret" behandelt, nimmt man im Villinger Gemeinderat kein Blatt vor den Mund. Kürzlich wurde dort eine Industriebrache in der Stadt als Standort öffentlich ins Spiel gebracht. Baumann macht kein Hehl daraus, dass das DRK sich statt dessen einen Neubau im Zentralbereich wünscht. Bis ein Neubau realisiert wird, werden aber vermutlich noch zwei bis drei Jahre vergehen. Die Nachrüstung mit Digitalfunkgeräten wird ungefähr 2000 bis 3000 Euro pro Fahrzeug kosten, mindestens 50 Fahrzeuge müssen beim DRK ausgestattet werden.