Villingen-Schwenningen - Cowboy ohne Käpselepistole und Ritter ohne Schwert? Das Verbot von Spielzeugwaffen am Schmotzige, wie es in anderen Städten bereits veranlasst wurde, ist an Kitas und Schulen von VS kaum ein Thema.

Mittlerweile verhängen einige Kindertagesstätten und Grundschulen ein Generalverbot und lassen am Tag der Kinderfastnacht keine Spielzeugpistolen oder Schwerter mehr zu. Während Experten von einem solchen rigorosen Vorgehen abraten, geht auch die Meinung in VS in diese Richtung. »Eine generelle Regelung gibt es für VS sicherlich nicht«, bemerkte Arne Kontze, bei der Stadtverwaltung zuständig für die Kindertagesstätten. Grundsätzlich habe das Erzieher-Team aus VS keine Probleme damit, wenn kleine Piraten Säbel und Cowboys Käpselepistolen mitbringen. »Allerdings«, schränkt Kontze ein, »dürfen sie keine Spielzeug-Munition mitbringen.« Ein Verbot von Spielzeugwaffen zur närrischen Saison hält Kontze für überzogen: »Wenn Kinder sich als Cowboy verkleiden wollen, gehört auch die Spielzeugpistole dazu.«

Mitbringen ja, auf andere zielen, nein: Diese Grundregel gilt an der Goldenbühlschule seit einigen »Schmotzigen« und werde auch eingehalten, so Kathrin Mecke, die seit dem Wechsel von Ralf Schneider ins Schulamt die kommissarische Leitung der Schule übernommen hat. »Wenn Kinder mit Säbel oder Pistole auf andere zielen, dann werden deren Spielzeugwaffen bis zum Schulende kassiert.« Doch dies komme selten vor.

Wie ihre Kollegin Mecke halten auch Joachim Bürner (Gemeinschaftsschule am Bickeberg) und Wolfgang Zöphel (Gartenschule) nichts davon, alles zu verbieten und zu regulieren. »Pädagogen wissen, dass Verbote nicht allzu viel bewirken«, so Bürner. »Päpstlicher als der Papst sollten wir wirklich nicht sein.« Wichtig sei es vielmehr, das Thema (Waffen-)Gewalt im Unterricht zu besprechen. Wie im Bickeberg dürfen auch an der Schwenninger Gartenschule kleine Cowboys mit Colt herumtollen, allerdings ohne Munition. Ein generelles Spielzeugwaffenverbot hält aber auch Zöphel für »wenig sinnvoll: Seit je her haben sich Kinder so verkleidet, und das sollten sie auch weiterhin tun dürfen. Das hat nicht im geringsten mit Gewaltverherrlichung zu tun.«

In der Karl-Brachat-Realschule dagegen gibt es die strikte Regel: keine Knaller, kein Konfetti, keine Spielzeugpistolen, so der stellvertretende Schulleiter Peter Dregger. »Plastikpistolen sind gewaltverherrlichend und das ist bei uns nicht erwünscht.« Eine Regelung, die auch bei den Jüngsten, den Fünftklässlern, akzeptiert werde. »Es gibt ganz wenige, die das nicht gut finden«, so ein paar Schüler.

Trotz der Diskussion gehören Säbel und Spielzeugpistole nicht zu Ladenhütern. Nach wie vor sind die Accessoires für Cowboy, Pirat und Ritter heiß begehrt, wie es aus einschlägigen Geschäften hieß.