Villingen-Schwenningen "Die rechte Szene macht mir Angst"

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Auch in Schwenningen aktiv: Anhänger der NPD. Foto: Balk

VS-Schwenningen - Manch ein Besucher hatte es geahnt, andere waren sichtlich schockiert: Bei der Informationsveranstaltung zur aktuellen Flüchtlingssituation in VS am vergangenen Mittwoch im Atrium der Schwenninger Krankenkasse waren nicht nur diejenigen vor Ort, die sachlich über die Lage in der Doppelstadt diskutieren wollten.

In den hinteren Stuhlreihen saßen rund 20 Männer und Frauen, deren politische Gesinnung unschwer zu erkennen war: Einige von ihnen trugen dunkle Jacken mit dem Schriftzug "National, Revolutionär, Sozialistisch" und dem Emblem der 2013 gegründeten Partei "Der dritte Weg", die der Verfassungsschutz als rechtsextrem und neonazistisch einstuft. Während sie die Redebeiträge aus dem eigenen Lager mit frenetischem Applaus bedachten, wurden Kommentare jenseits des eigenen Weltbilds vorwiegend höhnisch kommentiert.

Viele Besucher des Infoabends zeigten sich nach Ende der Veranstaltung verunsichert von der massiven Präsenz der Rechtsradikalen. "Mich hat es überrascht, wie scharf die verbal geschossen haben", sagte eine Frau mittleren Alters, die den Infoabend ansonsten jedoch als "interessant" und "wichtig" beschrieb. Eine weitere Besucherin bekannte: "Die rechte Szene macht mir Angst." Und Angela Grüninger aus Niedereschach, selbst in der Flüchtlingshilfe aktiv, gab mit Blick auf das Auftreten der rechtsradikal Gesinnten zu: "Das hat mich schon erschrocken."

Andere Besucher wiederum zeigten sich weniger überrascht. Er habe mit der Präsenz des "rechten Lagers" gerechnet, sagte ein männlicher Besucher. Und eine Frau führte an: "Man weiß, dass es die Rechten gibt. Ich hoffe, dass sich die andere Seite durchsetzt."

Anders als bei einem Info-Abend zur Flüchtlingssituation in Villingen vor wenigen Wochen, wo es nach dessen Ende zu Handgreiflichkeiten zwischen Rechten und Antifa gekommen war, blieb es in Schwenningen auch nach der Veranstaltung ruhig. "Es gab keine besonderen Vorkommnisse", sagte der Polizist und Schwenniger Revierleiter Wolfgang Hansel, der bei der Veranstaltung über die Situation an der Notunterkunft auf dem Messeareal gesprochen hatte und diese als aus polizeilicher Sicht wenig problematisch beschrieb. Mit Blick auf den Ablauf des Abends sagte er: "Im Vorfeld und nach der Veranstaltung wurden Flyer verteilt, es lief aber alles in ruhigen Bahnen."

Tatsächlich verteilten am Mittwochabend mit dem dritten Weg, der Deutschen Liga für Volk und Heimat und der NPD gleich drei Parteien aus dem rechtsradikalen Spektrum ihre Flyer. Dabei wurde die NPD ihrem Ruf als rückwärtsgewandte Partei ganz besonders gerecht: So verteilten ihre Anhänger bunt bebilderte Wahlkampfblätter – für die Europawahl 2014.

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