Von Hans-Jürgen Kommert

Unterkirnach/St. Georgen-Oberkirnach. Für alle, die den Spaß in der weißen Landschaft erlernen wollen, bietet Martin Pietsch aus Unterkirnach mit seinen Freunden einen umfassenden Service. Bereits im Jahre 1986 bot Pietsch, damals noch praktisch direkt vor seiner Haustüre am Skilift Winterberg die ersten Skikurse an.

"Ich habe seinerzeit ein Konzept erstellt, das es den Schülern ermöglichen sollte, bereits nach wenigen Stunden zumindest einigermaßen sicher den Berg hinunter zu kommen". Bereits kurz darauf kamen einige Skibegeisterte dazu, die anderen ebenfalls ihr Wissen und Können vermitteln wollten. Seit vielen Jahren lehrt Pietsch inzwischen am Kesselberg.

Es gibt noch mehrere Männer der ersten Jahre die jeden Winter wieder aufs Neue mit dabei sind. Dazu gehören solche Leute wie "Ewu" Uwe Junge aus Dauchingen oder der Unterkirnacher Wolfram Wangler. Oder der Krankenkassen-Angestellte Gerhard Hahn und der Qualitätsleiter Uwe Bartels, beide aus Villingen. "Sie sind bei mir die Männer für die schwereren Fälle", erzählt Pietsch. Hahn bekommt oft die Leute, die kein Wort Deutsch sprechen. "Da stößt man schon manchmal an die Grenzen", gibt er zu. So habe er ein französisches Mädchen in einem Kurs gehabt, das ständig etwas von ihm wollte. Es habe schon fast zu lange gedauert, bis sie sich endlich traute, ihm das Wort direkt mitzuteilen: Sie musste schlicht "Pipi".

Auch Bartels bekommt gerne die "harten Fälle". So habe ein Mann seine Frau abgeliefert und sich von ihm verabschiedet mit den Worten: "An der beißen Sie sich die Zähne aus." Am Ende war der gute Mann überrascht: Erstmals hatte die Gemahlin bei einem Skikurs etwas gelernt.

Manfred Götz aus Mönchweiler verkauft eigentlich Autos. "Wir kommen gerne zu Martin. Schon die Einweisung, die wir im Pitztal bekommen, ist ein toller Event. Ein Problem ist, dass viele Kinder ein echtes Bewegungsdefizit haben. "Und denen sollen wir dann in einem zweitägigen Kurs alles beibringen. Das ist nicht immer möglich, da müssen wir auch abwägen", gibt er zu bedenken. Denn der Kurs richte sich immer am schwächsten Glied aus. Nach der ersten Stunde werde bereits gesiebt. "Wer nicht in die Gruppe passt, kommt entweder gleich zu einer stärkeren Gruppe, ansonsten zu den absoluten Anfängern. Und manchmal müssen wir den Eltern auch raten, ihr Kind einen anderen Sport probieren zu lassen", erklärt er sehr ernst.