Von Sabine Streck Tuningen. Sebastian Bieberstein hat allen Grund zur Freude. Der 21-jährige Chirurgiemechaniker ist Bundessieger im Leistungswettbewerb des deutschen Handwerks geworden. Vor wenigen Tagen kam er von der Verleihung der Ehrenurkunde in Stade zurück.Abheben ist dennoch nicht die Sache des jungen Tuningers. Nach dem Erfolg hat er ganz klare Ziele für seine Zukunft. Mit dem Beruf des Chirurgiemechanikers sieht er die Chance auf ein solides Einkommen, weil die Medizintechnik für ihn als sicheres Berufsfeld gilt. Derzeit arbeitet Sebastian Bieberstein in seinem Ausbildungsbetrieb, der Gottfried Storz Medizintechnikfirma in Tuttlingen, "um Geld anzusparen." Auf jeden Fall will er weiter auf die Schule. Festgelegt hat sich Sebastian Bieberstein allerdings noch nicht. Klar sei jedenfalls, dass es um schulische Fortbildungen gehen werde.

Höhen und Tiefen in der dreieinhalbjährigen Ausbildungszeit kennt der frisch Ausgezeichnete nicht wirklich. "Durch einen freundlichen Ausbildungsbetrieb war kein Tief so dramatisch, dass ich mich noch daran erinnern könnte", sagt Bieberstein diplomatisch. Das erste Lehrjahr sei schwierig gewesen, das bis auf einen Tag die Woche nur aus Berufsschule bestand. Da fehlten zunächst die Einblicke in das eigentliche Berufsfeld des Chirurgiemechanikers. Mittlerweile ist er mitten drin im Berufsleben.

Seinen schriftlichen Abschluss hat er an der Ferdinand von Steinbeisschule in Tuttlingen im November 2011 gemacht, die praktische Abschlussprüfung folgte am 14. Februar 2012 in der beruflichen Bildungsstätte Tuttlingen (BBT). Mit seinem Gesellenstück, einem Fantasiegerät aus Dreh- und Frästeilen, das Papier schneiden kann, wurde er zunächst Innungs- und Kammersieger. In Stuttgart wurde ihm im Oktober die Urkunde zum Landessieger vom Präsidenten der Handwerkskammer Reutlingen, Joachim Möhrle, überreicht.

Das Gesellenstück wurde dann weitergeleitet zur erneuten Bewertung für den Bundeswettbewerb in Stade bei Hamburg. Am vergangenen Freitag wurde es für Sebastian Bieberstein ernst beim Kennenlernabend in der Stadthalle von Stade. Viele der Gewinnerstücke von Zahntechnikern, Holzbildhauern, Graveuren und auch dem Chirurgiemechaniker Sebastian Bieberstein wurden ausgestellt.

Einen Tag später fand die Ehrung der Bundessieger statt. Eröffnet wurde sie von Rolf Schneider, Präsident der Handwerkskammer Braunschweig-Lüneburg-Stade, gefolgt von einem Grußwort von Otto Kentzler, Präsident der Zentralverbands des deutschen Handwerks. Außer der Urkunde und vielen aufregenden Stunden gab es eine weitere "Belohnung", nämlich die Aufnahme in ein Programm der Stiftung für Begabtenförderung im Handwerk. Dieses bietet ein Weiterbildungsstipendium für maximal drei Jahre zu jährlich 2000 Euro an.

Damit kann sich Sebastian Bieberstein Techniklehrgänge oder Meisterkurse finanzieren.