Sulz a. N. Unbekannte verschmieren Wahlplakate

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Die Parteien haben am Kreisverkehr beim Friedhof plakatiert. Die verschmierten sind am Dienstagabend ausgetauscht worden. Foto: Steinmetz

Sulz - Die verschmierten Wahlkampfplakate sind noch am Dienstagabend ausgetauscht worden. Wie berichtet, hat die Polizei Ermittlungen aufgenommen, nachdem der Rottweiler FDP-Landtagskandidat Gerhard Aden Anzeige erstattet hatte. "Vielleicht ist das nur Vandalismus. Oder es kommt aus einer besonderen Ecke", meinte Aden gestern. Doch mit Vermutungen hält er sich zurück. Bei dem Handgranatenanschlag auf eine Flüchtlingsunterkunft in Viillingen habe er schon mal daneben gelegen: "Da muss man aufpassen."

Gestern Vormittag befand sich nun ein weißer, unbeschrifteter Umschlag mit einem angeblichen Bekennerbrief im Briefkasten des Schwarzwälder Boten in Sulz. Das Schreiben bezieht sich auf unseren gestrigen Bericht zu den Plakatschmierereien unter anderem am Kreisverkehr beim Friedhof. Angegeben wird der Name eines bekannten Kabarettisten, der, so heißt es in dem Brief, von seinem Bühnenprogramm eine kleine Auszeit nehme und nun Zeit habe, sich in die Politik einzumischen. Es wird auf dessen Auftritte verwiesen, die bei Youtube zu finden sind. Der Kabarettist setzt sich unter anderem mit der FDP und dem Kapitalismus auseinander. Wir fragten bei dessen Büro in Frankfurt nach, ob das Bekennerschreiben echt ist. Das sei "natürlich völliger Unsinn und abwegig", lautete die Antwort.

Die Firma Proplakat aus Schörzingen hat die FDP-Wahlkampfplakate am Dienstagabend in strömendem Regen erneuert. Geschäftsführer Stefan Bäßler war schon am Samstag in Sulz. Das FDP-Plakat war da noch unbeschädigt, während die Wahlkampfplakate der anderen Parteien bereits beschmiert waren. Am Dienstag habe er dann den Anruf von Gerhard Aden bekommen.

Bäßler plakatiert im Auftrag der Parteien, mit Ausnahme der extrem Rechten (einschließlich AfD) und Linken, unter anderem im Kreis Rottweil, Zollern-Alb, Tuttlingen und Ravensburg mittlerweile seit 20 Jahren. Dass die Plakate der Altparteien besudelt oder beschädigt werden, ist für ihn kein neues Phänomen. "Bei der Europawahl war es genau dasselbe", sagt er. Zuletzt seien es linke Aktivisten gewesen, jetzt wohl, wie der Spruch "Wehrt euch" zu vermuten lasse, rechte. "Das ist Politikverdrossenheit", vermutet er als Hintergrund für die jetzigen Aktionen.

Für die betroffenen Parteien ist das ärgerlich. Der FDP entstand nach Auskunft von Bäßler ein Schaden von etwa 400 Euro. Ähnlich hoch dürfte er bei den anderen Parteien sein. Wie am Donnerstag der CDU-Stadtverbandsvorsitzende Tobias Bronner mitteilte, hat auch der CDU-Kreisverband den Vorfall angezeigt.

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