Von Bodo Schnekenburger

Sulz. Nein, so sollte man es nicht machen: Klaus Jacobs hält ein handbeschriebenes DIN-A 4-Blatt in die Höhe. Es sieht zwar ordentlich aus, doch gegen das in eine Bewerbungsmappe eingelegte Motivationsschreiben würde es im Ernstfall keine Chance haben. "Wenn ich hundert Schreiben kriege, fliegt das gleich raus", warnt er die Kursstufen-Schüler am Albeck-Gymnasium. In vier Gruppen nehmen sie am Assessment-Center-Training der Barmer GEK teil. Tags zuvor waren die Zehntklässler mit Bewerbungstraining dran.

Jacobs will zusammen mit seinem Kollegen Ronny Franke die Schüler auf möglicherweise entscheidende Momente in ihrem beruflichen Leben vorbereiten. Wenn es darum geht, auf der Karriereleiter eine Stufe nach oben zu steigen, oder überhaupt in ein Unternehmen einzutreten, muss man sich bei immer mehr Firmen einem "Assessment Center" stellen, das ist eine Art Bewährungsverfahren, bei dem man einen oder mehrere Tage in einer Gruppe unter Beobachtung steht. Daraus erwächst dann die Beurteilung – englisch: assessment – über die Qualifikationen auch jenseits von Fachwissen. Letzteres ist wichtig, doch hilft es Unternehmen nur wenig, wenn es nicht erschlossen werden kann, weil der Besitzer des Fachwissens, aus welchen Gründen auch immer, es ins Team, in den Betrieb nicht einzubringen vermag. Unternehmen verschaffen sich also einen Eindruck davon, wie ein Bewerber "drauf ist". Und in diesem Sinne positiv zu erscheinen, kann man lernen und trainieren. Einen ersten Eindruck haben die Schüler bekommen.