Straubenhardt-Ottenhausen. Eine volle Halle, ein Programm mit orientalischem Bauchtanzflair, Tombola und Tanz, dazu auf der Bühne Wirrungen und jede Menge Missverständnisse: In Sauregurkenzeit zeigte die Theatergruppe des Turnvereins Ottenhausen unter der Regie von Hannelore Bürkle bei ihrem 35-jährigen Bühnenjubiläum – bei Bedarf souffliert von Rita Spiegel sowie mit Licht und Ton von Klaus Stuppe – Witz und Spielfreude.

"Ich hab’ ein Landhotel und keinen Puff", stellt die fadengerade Trude (Birgit Weber-Sieb) klar, aber ihrem dunkelhäutigen Pagen Tom (Jochen Treiber), der Koffer schleppen muss, unterläuft bei der Zimmerbelegung ein Malheur mit Folgen. So findet sich nicht nur die über ihre Liaison nachdenkende Marion (Bettina Fischer) Schlüsselloch an Schlüsselloch mit Liebhaber Werner (Horst Merkle), sondern auch noch im selben Bett mit den turtelnden Claudi (Uli Kouba) und Hans (Michael Bachmann).

Die Zahnbürste im Schlüsselloch beschert Werner nicht nur ein blaues Auge, sondern auch das Misstrauen seiner resoluten Gattin Christa (Andrea Hörger), die den in der Freizeit-Revue gewonnenen Urlaub unbedingt wandersportlich – "Ich hab dir auch dei Zwetschgengselzbrot dabei" – nutzen möchte, während sich seine Aktivitäten in der Kneipe erschöpfen und ihn jeder Hubbel im Bett stört.

Hotelchefin Trude missversteht nicht nur die Zahnbürste gründlich, sondern auch, wer da mit wem und was treibt. Und sie gibt das alles munter weiter.

Zur Vollendung des Chaos taucht Journalistin Bettina (Julia Bauer) auf, die erst nach zahlreichen Anläufen erklären kann, dass sie für die Freizeit-Revue die Reisegewinner portraitieren soll. Da hat sie schon längst pikante Fotos von Claudi und Hans im Schaumbad im Kasten.

Beim kleinen Umtrunk mit großen Gläsern, so Page Tom, lösen sich die Irrungen allerdings glücklich auf. Nur muss er frustriert feststellen: Selbst noch so höfliches Hand ausstrecken mit einem "Do bin i so froh, wenn sie sind zufriede" bringt ihm nur einen warmen Händedruck an Stelle von Trinkgeld. Einfach Sauregurkenzeit also.

Zufriedenheit zeigte dafür die TVO-Vorsitzende Barbara Bauer, der Familiennachmittag stieß auf großes Interesse.