Von Dieter Vaas

St. Georgen. Neujahrsempfang war gestern Abend in der Stadthalle. Bürgermeister Rieger unterstrich dabei, wie wichtig es ist, eine attraktive Bergstadt zu haben. Dafür sei auch das Ehrenamt von großer Bedeutung. Gerhard Mengesdorf zeichnete er mit der Bürgermedaille aus. Stadtmusik und Sängerbund sorgten für den musikalischen Rahmen.

Ein Jahreswechsel sei kein Neustart, so Bürgermeister Michael Rieger. Dennoch habe jeder gewisse Erwartungen. Das vergangene Jahr habe gezeigt, wie nahe Freud und Leid beieinander liegen. Die Stadt habe beeindruckende Menschen und Persönlichkeiten verloren. Einige Familien mussten schwere Schicksalschläge hinnehmen.

Als Bürgermeister stelle er sich zahlreiche Fragen, wie und ob die Stadt weiter gekommen sei. Seien ständig wachsende Ansprüche mit der finanziellen Ausstattung erfüllbar? Was brauche eine gute und lebenswerte Stadt? Was sei zu tun, um den Standort zu stärken? Er fragte aber auch: "Funktioniert eine Stadt nur deshalb gut, weil sich viel bewegt?"

Eine Stadt brauche eine innere Ausgeglichenheit, das faire Miteinander. Sie brauche weiterhin den bürgerschaftlichen Frieden, aber auch die Toleranz gegenüber Neuem. Die Stadt brauche das Mit- und nicht das Gegeneinander. "Wir brauchen verstärkt das Anerkennen von Allgemeininteressen und nicht das Verwirklichen von Individual- oder Einzelinteressen. Die Stadt muss Vorrang haben", forderte Michael Rieger. Er warb zudem für Demokratie. Auf lokaler Ebene bedeute dies, "denen zu vertrauen, die man gewählt hat".

Vieles angehenohne neue Schulden

In diesem Jahr sei es möglich, die Stadt noch attraktiver zu machen und den Standort zu stärken. Dazu zählt er die weitere gute Entwicklung im Hagenmoos, die Versorgung der Gewerbegebiete und der Ortsteile mit schnellem Internet, den Ausbau der Bahnhofstraße, die Verbindung der oberen Gerwigstraße zur Stadtterrasse, das Innenstadtkonzept, die Sanierung der Wiesenstraße und des Weidenbächlekindergartens, die Erschließung von Wohnbauflächen in Peterzell, den weiteren Ausbau der Kanalisation im Stockwald und Gsod sowie die weitere Aufwertung des Klosterweihers. Im Altbau der Robert-Gerwig-Schule sind die sanitären Einrichtung zu sanieren. Am Weidenbächle und auf dem Friedhof sind weitere Investitionen in Photovoltaikanlagen sowie beim Feuerschutz vorgesehen.

All dies werde ohne neue Kredite und dem Abbau der Schulden unter den Landesdurchschnitt möglich. Der Haushalt weise (ohne Gasverkauf) einen Gewinn von einer Million Euro aus.

Die Änderungen der Schullandschaft hat die Stadtverwaltung gemeinsam mit den Schulleitern im Auge. Sie beschäftigt sich intensiv mit dem Thema Energiewende und der Windkraft, deutete Michael Rieger Projekte an.

St. Georgen müsse zukunftsfähig bleiben für Familien, für junge Menschen, die sich bilden wollen und attraktive Arbeitsplätze möchten. Deshalb sei es auch wichtig, den Unternehmen Perspektiven zu bieten. Dies sei nicht selbstverständlich. Und "wenn sich Unternehmen für die Zukunft rüsten müssen, um zu bestehen, müssen wird das auch", warb der Bürgermeister für den Wandel. Dieser biete große Chancen.

Die Bergstadt sei weltoffen und tolerant. Das präge auch die Beziehungen zu den vier Partnerstädten. "Für Fremdenfeindlichkeit ist bei uns kein Platz", unterstrich Michael Rieger. Er lege Wert auf Gespräche. Seine Bürgersprechstunden hätten schon 500 Bürger wahrgenommen. Die nächste Bürgerversammlung ist am 12. April. Die Stadt sei angewiesen auf Menschen, die sich für St. Georgen verantwortlich fühlten und aktiv werden.

"Die etwas für ihre Mitmenschen tun"

Stellvertretend für alle nannte er die Kanalgemeinschaft Stockwald. Sein Dank galt allen Unternehmen für ihre Treue und die finanzielle Unterstützung von Veranstaltungen. Er hob auch die Kirchen und sozialen Einrichtungen hervor, die etwas für ihre Mitmenschen tun und vergas auch die Feuerwehr, den Rettungsdienst und die Polizei nicht. Respekt und Anerkennung verdiene die Arbeit von vielen anderen Organisationen, Stiftungen und Vereinen, die von Ehrenamtlichen positiv begleitet werden.

Mit viel Einfallsreichtum sei die Hilfsbereitschaft im vergangenen Jahr erfolgt. Als Beispiele nannte er die Weihnachtsbaumaktion, die Bürgerstiftung sowie die Hilfsbereitschaft für die neuen Einwohner aus Sri Lanka. Ohne das Zutun vieler wäre das Leben um vieles eintöniger.