St. Georgen Firma nach Pleite wenig kooperativ

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Das Hallenbad ist rundum eingerüstet und die Fassade mit Spanplatten abgedichtet. Foto: Vaas Foto: Schwarzwälder-Bote

Von Dieter Vaas

Die Sanierung des Hallenbades dauert länger als geplant. Durch die Insolvenz des Fassadenbauers erhöhen sich auch die Kosten. Es wird aber nach wie vor mit Nachdruck im Gebäude – vor allem im Keller – gearbeitet. Die Ausgaben steigen gegenüber den bisherigen Voranschlägen voraussichtlich um fast 340 000 Euro.

St. Georgen. Hansjörg Staiger (SPD) hatte bereits im Technischen Ausschuss das Thema angesprochen. Es bestehe der Eindruck, bei der Sanierung des Hallenbades laufe nichts mehr. Stadtbaumeister Reinhard Wacker widersprach dem: "Die Kolonnen verschwinden im Keller. Der ist mittlerweile ziemlich voll. Es läuft etwas." Der Bürgermeister versprach, baldmöglichst eine Führung durch die Baustelle anzusetzen.

Fassadenbauer war zu 90 Prozent fertig, als er Insolvenz angemeldet hat

In der anschließenden Sitzung des Gemeinderats wurde die Stadtverwaltung konkreter. Die Fassade sei mit Spanplatten geschlossen worden. Die Arbeit gehe intensiv weiter und es werde viel Geld verbaut. Der Fassadenbauer sei zu 90 Prozent fertig gewesen, als er Insolvenz angemeldet habe. Die Rohbaufirma habe sich nicht kooperativ gezeigt, so Wacker. Deshalb habe sich die Stadt von ihr getrennt. Der Bauzaun wurde durch einen neuen ersetzt. Der zweitbilligste Bieter bei der Ausschreibung wollte nicht einspringen. Der Drittbilligste war dazu bereit. All das habe zu einer Verzögerung von acht bis zehn Wochen geführt. Ärgerlich seien die Mehrkosten von über 70 000 Euro. Die Wiedereröffnung werde wohl erst zum Ende des Jahres möglich sein, so der Stadtbaumeister.

Im Herbst haben laut Wacker die Maler mit ihrer Arbeit begonnen. Dann wurde es zu kalt, auch für die Elektriker. Die Spanplatten (Kosten 10 000 Euro plus Reinigung 12 000 Euro und zusätzliche Energiekosten) sollen ermöglichen, Zeit aufzuholen. Aber die Anschlussgewerke verzögern sich. Im Rückblick meinte Wacker, es sei gut gewesen, in Gewerken auszuschreiben. Wenn nur eine Firma zuständig sei, laufe nichts mehr.

Bürgermeister Michael Rieger versicherte: "Wir haben vom ersten Tag an versucht, zu retten, was zu retten möglich ist." Die Stadtverwaltung habe bei ihren Projekten zum ersten Mal eine solche Insolvenz erlebt. In zwei bis drei Wochen will er die betroffenen Vereine und Gruppen einladen und informieren. Er räumte aber auch ein: "Ich gebe keine Prognosen mehr ab. Es ist halt ein riesen Projekt."

Es gab eine ganze Reihe von Auftragsvergaben für die weitere Sanierung: Die Innen-und Außenputzarbeiten erledigt die BB Stuck GmbH aus Aildingen (knapp 88 000 Euro). Die Arbeiten zur dauerhaften Plattenfassade innen und außen sowie Arbeiten im Foyer gingen an die Firma Lehmann, Langenschiltach (143 000 Euro). Schreinerarbeiten für die lose Möblierung übernimmt die Schunk Interieur GmbH, Klingental (26 000 Euro). Um die Trockenbauarbeiten und abgehängten Decken kümmert sich die Hackeschmidt Bautechnik, Haigerloch (252 000 Euro). Die Garderobenanlage erledigt die Sana-Trennwandbau, Luhe-Wildenau (148 000 Euro). Die Ausschreibung der Fliesenarbeiten im Unterwasserbereich sowie den Duschen hob der Gemeinderat auf. Die Planer haben hierfür  112 000 Euro angesetzt. Das einzige Angebot lag bei 184 000 Euro und damit um 56 Prozent höher.

Nach derzeitigem Stand belaufen sich die Gesamtkosten für die Sanierung des Hallenbads bei 7,434 Millionen Euro, das sind 4,7 Prozent mehr als der Kostenanschlag (7,098 Millionen Euro). Für Reinhard Wacker ist das "ziemlich exakt im Rahmen", wie er abschließend versicherte.

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