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St. Georgen Engagierter Pädagoge und Musiker

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Peter Dönneweg hat auch mit 80 Jahren wenig freie Zeit. Foto: Vaas Foto: Schwarzwälder-Bote

Von Dieter Vaas

Leer in Ostfriesland ist der Geburtsort, der hohe Norden noch immer seine Leidenschaft. Doch seit rund 60 Jahren lebt Peter Dönneweg im Süden. St. Georgen nennt er seit Jahrzehnten seine Heimat. Hier hat er als Pädagoge und Musiker deutliche Spuren hinterlassen und ist immer noch sehr aktiv. Am Freitag, 11. August, feiert er 80. Geburtstag.

St. Georgen-Brigach. Peter Dönneweg wuchs in der Hafenstadt an der Emsmündung auf. Der Vater war Mineralölhändler. Der Sohn fuhr selbst Tanklastwagen, machte Abitur und musste als einer der Ersten zur Bundeswehr. Gerne wäre er zur Marine. Segeln war und ist bis heute ein großes Hobby. Doch dann hätte er sich für zwei Jahre verpflichten müssen. So führte sein Weg nach Amberg/Oberpfalz und München. Der Aufenthalt in Süddeutschland "verlängerte" sich durch einen Studienplatz in Freiburg.

Schon als Fünfjähriger erhielt der kleine Peter Klavierunterricht. Er spielte später Cello im Orchester, Orgel bei Hochzeiten und Akkordeon auf dem Boot. Der Wunsch, dies beruflich auszubauen, kam erst nach dem Abitur richtig auf. Die Breisgau-Metropole bot die Möglichkeit, Schulmusik an der Musikhochschule sowie Germanistik und Musikwissenschaften an der Universität zu studieren.

Mit 27 Jahren war das Erste Staatsexamen in der Tasche. In Freiburg erfolgte das Referendariat. Schon im ersten Semester lernte er seine spätere Frau Elisabeth kennen, die ebenfalls aus Niedersachsen kam, allerdings aus dem "südlichen" Göttingen. Sie studierte Geige im Hauptfach sowie Französisch. Die Heirat erfolgte 1966 in Freiburg. Nach dem Zweiten Staatsexamen bekam das junge Paar Lehrerstellen in Villingen beziehungsweise St. Georgen angeboten. Peter Dönneweg entschied sich für die Bergstadt, seine Frau unterrichtete in Villingen, quittierte den Schuldienst aber mit der Geburt der Tochter.

Offerten hatte es auch aus Emden und Bremen gegeben. "Da war ich aber schon seit sieben Jahren in Freiburg, hatte hier meinen Freundeskreis sowie Kantorstellen in Malterdingen und Wolfenweiler am Kaiserstuhl," nennt er den Grund für die Entscheidung pro Schwarzwald. Außerdem sang er in einem Chor. Der Protestant half auch in katholischen Gemeinden an der Orgel aus.

In St. Georgen erwarteten ihn viele Überstunden. Er war der einzige Musiklehrer am Gymnasium, das noch im Neubau der heutigen Robert-Gerwig-Schule untergebracht war. Musikunterricht erfolgte in der katholischen Unterkirche. Erst später bekam das Gymnasium einen eigenen Musikraum, "den schönsten, den ich je hatte", blickt er zurück. Im Jahr 1968 hatte er gleich das Musik-Abi, später noch sehr viele Reifeprüfungen in Deutsch zu bewältigen. Im Jahr 1975 wurde er zum Studiendirektor ernannt und in der Referendarausbildung zuständig für die zweite Dienstprüfung am Oberschulamt. Insgesamt blieb er 35 Jahre im Schuldienst. Zuletzt half er noch in Trossingen an der Hochschule bei der Ausbildung von Schulmusikern aus.

Das Ehepaar Dönneweg gab von Anfang an privat Musikunterricht in der Bergstadt. Daraus entstand die Idee, eine Jugendmusikschule zu gründen. Gemeinsam mit dem damaligen Kantor Heinrich Trötschel wurde diese im Jahr 1967 ins Leben gerufen. Mit dem neu gewählten Bürgermeister Günther Lauffer fuhr Dönneweg zu Gründungsgesprächen ins Regierungspräsidum nach Freiburg. Die Leitung der neuen Bildungseinrichtung übernahm er ehrenamtlich.

Noch im selben Jahr erfolgte die Gründung des Schulorchesters, das zum 15-jährigen Bestehen in Jugendsinfonieorchester umbenannt wurde. Dessen Leitung übergab er im Jahr 2002 an Michael Berner. Bereits im Februar 2000 trat er die Leitung der Jugendmusikschule an Bernd Rimbrecht ab.

Im Jahr 1995 wurde unter Dönnewegs Federführung der Musikzug am Gymnasium gegründet. Im selben Jahr erfolgte die Fusion zur Jugendmusikschule St. Georgen-Furtwangen.

Von 1971 bis 74 gehörte Dönneweg in der Fraktion "Junge Aktion" dem Gemeinderat an. Dies war eine besonders spannende Zeit, blickt er zurück. Das alte Rathaus stand nicht mehr. Die Innenstadt hatte nicht viel Schönes zu bieten, sagt er. Alles orientierte sich am neuen Rathaus mit seinem Flachdach. Viele wegweisende Entscheidungen wie den Bau des Bildungszentrums und der Stadthalle trug er mit.

Vier Jahre leitete er den Sängerbund-Chor, sang selbst mit und gehört dem Verein noch heute an. Er übernahm den Vorsitz beim Freundeskreis des Gymnasiums. Nach der jüngsten Wahl der Kirchenältesten der evangelischen Gemeinde übernahm er den Ausschuss Kirchenmusik. Seit vielen Jahren singt er in der Kantorei.

Das Musifestival Bergstadtsommer unterstützt er nach Kräften und sei es als Plakatkleber. Er studierte für verschiedene Aktionen aber auch schon die Chöre ein. Mit der französischen Partnerstadt Saint-Raphael verbinden ihn noch heute enge freundschaftliche Bande. Bei der Einweihung eines neuen Saals im Kulturzentrum, benannt nach dem verstorbenen Freund Daniel Artus, durfte Dönneweg den Esterlencochor dirigieren.

Segeln kam im Schwarzwald natürlich immer zu kurz. In den Ferien ging es besonders gerne in den hohen Norden: Als die Kinder klein waren an die Ostsee und später an die Nordsee. Seine Söhne sind längst selbst leidenschaftliche Segler.

Spontan kommt die Antwort auf die Frage, wie er das alles geschafft hat? "Das weiß ich auch nicht." Heute habe er immer noch keine Zeit, "obwohl ich doch so viel weniger mache." Zeit nimmt er sich aber jeden Donnerstag Vormittag, um mit seinem Freund Günther Lauffer vierhändig Klavier zu spielen. Ein ganzer Stapel an Klavierliteratur steht dem Duo zur Verfügung. Erst kürzlich nahmen sich die Beiden Beethovens 9. Sinfonie vor und spielten diese vom Blatt.

Zeit hat er sich auch genommen, um mit seinem ganzen Clan in Leer zu feiern. Das eigentliche Fest steigt auf dem alten Dampfer Prinz Heinrich, mit dem er schon als kleiner Junge immer nach Borkum fuhr. Das Schiff liegt im Hafen, nur wenige Meter vom Haus seines Bruders entfernt. Der blieb in der alten Heimat und betreibt noch heute den Mineralölhandel des Vaters.

In die Fußstapfen der Eltern sind alle drei Dönneweg-Kinder getreten. Die Familie hat sich zu einem ganzen Clan entwickelt.

Tochter Gesa ist mit Jazz-Musiker Obi Jenne verheirat, lebt in Bad Cannstatt und hat drei Kinder. Sie spielt seit dem Jahr 1998 die erste Geige im Radio-Sinfonieorchester Stuttgart, heute SWR-Radio-Sinfonieorchester

Karsten arbeitet als freier Cellist und Dirigent. Er ist Begründer des Musikfestivals Bergstadtsommer, lebt in Düsseldorf und hat zwei Kinder.

Hanno ist Solofagottist am SWR-Radio-Sinfonieorchester. Er hat eine Professur in Straßburg und unterrichtet auch viel in Japan. Er hat vier Kinder.

Die Geschwister geben öfters gemeinsam Konzerte. Beim Bergstadtsommer sind sie immer die tragenden Säulen.

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