Von Nicolas Kienzler

St. Georgen. Für zweieinhalb Monate Broker an der Börse sein, mit den realen Aktienkursen und deren Gewinn- oder Verlustausschüttungen: Das ist beim "Planspiel Börse" der Kreissparkasse möglich. Zwei Teams des Thomas-Strittmatter-Gymnasiums landeten dabei auf dem Treppchen.

Fast 5000 Euro Gesamtgewinn standen für Felix Müller, Nicolas Kienzler und Simon Kühn am Ende des Spiels zu Buche. In der zweiten Spielhälfte gab es einen engen Kampf um den ersten Platz auf der Kreisebene, den die drei TSG-Schüler am Ende mit einem sicheren Vorsprung von 600 Euro für sich entscheiden konnten.

"Wobei es genauso schnell wieder sein kann, dass man selbst ein paar Hundert Euro verliert und die anderen ein paar gewinnen", so die drei Erstplatzierten des Schwarzwald-Baar-Kreises. Bis auf einen Tag war ihr Team in der zweiten Spielhälfte auf Platz eins. Die Aktien von Lufthansa und Air France waren die großen Gewinner des Börsenspiels; auch die meisten anderen Teams hatten diese im Depot.

Während Apple und Sony stark einbrachen, konnte Nokia seinen Wert fast verdoppeln und die Automobilindustrie mit BMW und VW ebenfalls starke Zuwächse erzielen. Vor allem von Letzteren profitierten Thomas Dell und Tom Schröder. Die beiden Bergstädter, die ebenfalls in der Abiturklasse das TSG besuchen, erzielten mit ihrem Depot am Ende einen starken zweiten Platz in der anderen Börsenspiel-Wertung, dem Nachhaltigkeitsrating.

Einige Wochen am Stück lagen die Beiden vorne, bevor sie sich in der letzten Wettbewerbswoche doch noch geschlagen geben mussten. "Risiko, Stress und Unsicherheit waren aber selbst mit rein virtuellem Geld vorhanden. Wenn man mit echtem Geld handelt, muss man da dann doch sehr sanft und behutsam herangehen", so die fünf TSG-Schüler, die sich über ein kleines Preisgeld, vor allem aber über jede Menge Kenntnisse zu Börse, Aktien und Co. freuen können.

125 Teams, bestehend aus zwei bis vier Mitgliedern, von 16 Schulen nahmen am Sparkassen-Börsenspiel teil. Die Teams begannen mit 50 000 Euro Startkapital. Damit konnten sie alle gängigen Wertpapiere kaufen, um es mit der richtigen Mischung aus Glück und Verstand in der Endplatzierung ganz nach oben schaffen. Einzige Bedingung sind drei getätigte Aufträge, von denen keiner mehr als 20 000 Euro umfassen darf.

Seit einigen Jahren gibt es neben der regulären Wertung, dem Depotwert, auch die Nachhaltigkeitsrangliste – denn gebeutelt von Wirtschaftskrisen, Arbeitslosigkeit und Klimawandel erweitert sich auch der Blick der Ökonomie. So ist das Kriterium beim Nachhaltigkeitsrating nicht der wirtschaftliche Gesamtgewinn, sondern der Reingewinn aus sich ökologisch und sozial auszeichnenden Unternehmen. So können Teams im Gesamtrating Verlust machen, in der Nachhaltigkeitswertung aber vorne liegen.

Bernhard Stiefel und Petra Fluck als Betreuer der Sparkasse sind sich sicher: "Es gibt nur Gewinner bei diesem Spiel, von was ja auch die ansteigende Resonanz zeugt. Praktisches Lernen und Ausprobieren sind wichtig für den Wirtschaftsunterricht, und die konstruktive Zusammenarbeit im Team ebenso".