Von Annette Selter-Gehring

Simmozheim. Die Ergebnisse ihrer Studienarbeit zum Thema Nahversorgung präsentierten die Studenten Antje Häberle, Danuta Dinkel, Meryem Durmus und Roman Sarancin von der Hochschule Pforzheim am Donnerstag in der Sitzung des Simmozheimer Gemeinderats.

In den vergangenen Wochen hatten sie das Nahversorgungsangebot analysiert sowie Umfragen bei Konsumenten und Gewerbetreibenden in der Gäugemeinde gestartet. Das Fazit: Die Kundenwünsche der unterschiedlichen Zielgruppen und die Voraussetzungen bei den Anbietern sind so unterschiedlich, dass keine eindeutigen Aussagen oder gar Handlungsempfehlungen getroffen werden können.

Lediglich zwei Schwachpunkte wurden quer durch alle Zielgruppen bemängelt: Die fehlende Apotheke sowie Lage, Öffnungszeiten und die Parkplatzsituation bei der Post. Keine Überraschung waren die Ergebnisse für Markus Holzäpfel von der Unabhängigen Wählerschaft. Es sei gut, durch die Untersuchung bestätigt zu bekommen, dass Simmozheim für seinen aktuellen Bedarf, abgesehen von den genannten Punkten, gut aufgestellt sei. Ratskollege Eugen Häberle wies darauf hin, dass die Gefahr weiterer Abwanderungen nicht unterschätzt werden dürfe. "Wenn einer unserer Läden zumacht, kann das schnell weitere Schließungen nach sich ziehen", warnte er. Häberle forderte dazu auf, die Bevölkerung dafür zu sensibilisieren, dass sie vermehrt die bestehenden Angebote nutzt und so deren Fortbestand sichert. Siegfried Kempf (Liste Umwelt und Dorf) resümierte aus den Ergebnissen, dass in Simmozheim ein treibender Motor fehle.

Professor Hans-Manfred Niedetzky von der Hochschule Pforzheim, der die Arbeit der Studenten begleitete und bewertete, schloss aus den Ergebnissen, dass es durchaus ungenutztes Potential im Ort gebe: "Die Gewerbetreibenden sollten für gemeinsame Konzepte gewonnen werden und gemeinsam agieren. Dann werden ihre Angebote in der Bevölkerung besser wahrgenommen".

Mit unterschiedlichen Erhebungsmethoden erlangten die Studenten Erkenntnisse zur Nahversorgungssituation in Simmozheim. So waren Bürger nach Zielgruppen eingeladen, sich an Gesprächsrunden zu beteiligen, um Näheres über das jeweilige Einkaufsverhalten und die Präferenzen zu erfahren (wir berichteten).

Deutlich wurde, dass in einem Ort wie Simmozheim nicht alle Kundenwünsche erfüllt werden können. Eine Einkaufspassage mit kurzen Wegen, einheitlichen Öffnungszeiten und ausreichend Parkplätzen sowie speziellen Angeboten wie Bioladen, Drogerie oder Second-Hand-Laden für Kinderbekleidung wird es wohl auch in Zukunft in Simmozheim nicht geben.