Von Michael Bundesmann

Die Chancen der Triberger Ringer, für die nächste Saisonüberraschung zu sorgen und etwa noch die DM-Endrunde zu erreichen, sind nach ihrer gestrigen 12:26- Hinkampf-Niederlage vor 900 Zuschauern gegen RWG Mömbris-Königshofen in der Zwischenrunde gegen Null gesunken.

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Es ist nicht mehr davon auszugehen, dass die Triberger im Rückkampf am kommenden Sonntag (16 Uhr) in der Aschaffenburger Frankenstolz-Halle noch das Blatt wenden und die Sensation schaffen können. Gestern war – trotz der eher bescheidenen Triberger Erwartungen – die Luft war nach den zwei hohen Auftaktniederlagen dann einfach viel zu schnell raus.

Das Team von Mömbris-Königshofen benötigte fünf Stunden, um über die verschneiten Straßen nach Triberg zu gelangen. Die Main-Franken hatten von den Namen ihres Kaders natürlich ihre Extra-Klasse mit an Bord. Hingegen gab es beim Außenseiter vor dem Kampf schon die erste Hiobsbotschaft. Leistungsträger Kenan Gör hatte aufgrund eines zeitnahen internationalen Turnieres nicht die Freigabe des türkischen Verbandes bekommen. Für ihn musste in der 96er-Klasse Freistil Andreas Fix in der für ihn ungewohnten Stilart im Triberger Team schon in diesem Hinkampf ran. 55 kg/F: Marin Filip – Krasimir Krastanov 0:4 TÜS. Schon der erste Kampf des Nachmittages dämpfte die Triberger Erwartungen. Filip war in einem schlechten konditionellen Zustand aus Rumänien zurückgekehrt und somit gegen den früheren Vizeweltmeister völlig ohne Chance. 120 kg/G: Eduard Popp – Johan Euren 0:4 SS nach 5:01 Minuten. Gegen den Bronzemedaillengewinner von London musste der auf dieser Leistungsebene noch viel zu unerfahrene Popp Lehrgeld zahlen und lag nach fünf Minuten auf der Schulter. 60 kg/G: Aurelian Leciu – Jens Rung 3:0 PS (2:0, 1:0, 4:0). Aus Triberger Sicht war Lecius Auftritt der erste Lichtblick des Tages. Souverän zog dieser gegen den jungen Nachwuchsringer von Mömbris sein Programm durch, ohne an sein Limit gehen zu müssen. 96 kg/F: Andreas Fix – Michail Ganev 0:3 PN (0:4, 0:2, 0:3). Wie erwartet hatte Fix gegen den Weltmeister von 2010 keine Chance. 66 kg/F: Mihail Sava – Saba Bolaghi 0:3 PS (0:1, 0:1, 0:5). Sava machte es dem aktuellen deutschen Meister bei dessen guten Griffaktionen auch insgesamt zu einfach. Die Triberger lagen zur Pause mit 3:14 zurück. 84 kg/G: Kai Rotter – Peter Bacsi 0:4 TÜS. Gegen den früheren Europameister aus Ungarn hatte Kai Rotter am Ende keine Chance. Extraklasse war das, was Bacsi in der zweiten Runde mit zwei Griffaktionen ablieferte. 66 kg/G: Aram Julfalakyan – Ilhan Myumyunov 3:0 PS (1:0, 2:0, 2:0). Auf den Triberger Top-Ringer ist eben Verlass, obwohl sein Gegner defensiv gar nicht so schlecht arbeitete. 84 kg/F: Michael Kaufmehl – Peter Weisenberger 3:2 (0:1, 0:2, 1:0, 1:0, 2:1). Das war einmal mehr großes Kino, was Kaufmehl gegen den deutschen Meister des Vorjahres ablieferte.

Einen 0:2-Rückstand hatte der Triberger vor allem mit seiner starken Cleverness noch gedreht. 74 kg/F: Viorel Ghita – Kakhaber Khubezhty 0:4 TÜS. Ghita hatte im vorletzten Kampf gegen die aktuelle Nummer drei Russlands nicht den Hauch einer Chance. 74 kg/G: Jan Rotter – Benjamin Stange 3:2 (1:0, 1:1, 1:0, 0:1, 1:0). Abschließend bestach Jan Rotter mit einer guten Leistung, unterstrich seine Stärken im Bodenkampf und siegte verdient.

Bernd Reichenbach, Trainer SV Triberg: "Mömbris-Königshofen ist mit einer sehr starken Aufstellung gekommen, hat uns überhaupt nicht unterschätzt. Da hatten wir keine Chance, zumal bei einigen Ringern von uns wohl auch die Akkus jetzt leer sind. Wir werden das bestmögliche Ergebnis noch im Rückkampf versuchen. Meine Mannschaft hat in dieser Saison Großartiges geleistet. Das darf man nicht vergessen." Peter Behl, Trainer RWG Mömbris: "Es lief für uns alles nach Plan. Wir wollen uns jetzt im Rückkampf mit einer erneut so guten Leistung noch weiteres Selbstvertrauen für das schwere Viertelfinale gegen Weingarten holen, in dem wir unsere Chancen durchaus sehen." Michael Kaufmehl, Ringer des SV Triberg: (lacht) "Ich wollte es für die Zuschauer nochmals spannend machen und habe eben meinen Kampf noch umgebogen. Nein, ernsthaft: Nachdem wir die ersten beiden Kämpfe so klar verloren hatten, war unsere Anfangseuphorie im Keller. Aber wir haben insgesamt eine tolle Saison hingelegt, wie man es so kaum erwarten durfte." Jan Rotter, Ringer SV Triberg: "Mir tut mein Sieg nach meinen Zwangspausen wirklich gut. Jetzt möchte ich gegen Benjamin Stange auch in Aschaffenburg gewinnen." Mike Pfaff, Vorsitzender SV Triberg: "Es war nochmals ein großer Kampftag für uns – nur das Ergebnis hätte schon knapper sein können."