Schramberg - Tausende Zuschauer, witzige Mottos und fantastische Zuber machten die Schramberger Da-Bach-na-Fahrt gestern zu einem batschnassen Vergnügen.

Nach dem Frust vom letzten Jahr, als die Da-Bach-na-Fahrt wegen Eisschollen von der Schiltach auf die Straße hatte verlegt werden müssen, machte die Sause in diesem Jahr allen doppelt so viel Spaß. "Im letzten Jahr haben wir erwachsene Männer weinen sehen, weil sie nicht ins Wasser konnten" witzelten die Kommentatoren entlang der Strecke. Auf den Tribünen und am Schiltachufer war die Stimmung im Publikum ausgelassen. Am Roßgumpen hatten sich auf der Ehrentribüne wieder zahlreiche Politiker aus Bundes- und Land- und Städtetag positioniert. Für einen guten Zuschauerplatz hatten sich viele Besucher schon eineinhalb Stunden vor dem Startschuss in Position gebracht und harrten geduldig und mit kalten Füßen bis zum ersten Zuber aus. Der kam dann auch pünktlich um 13 Uhr mit Startfahrer Peter Sauer an Bord. Er eröffnete die Fahrt und konnte damit gleichzeitig ein Jubiläum – seine 50. Zuberfahrt auf dem Kirchenbach – begehen.

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Die Zuber waren in diesem Jahr wieder aufsehenerregend und aufs liebevollste umgebaut und geschmückt. Es gehört dazu, dass einige der Gefährte direkt nach dem Start total zerfetzt werden. Die relativ starke Strömung der Schiltach tat ihr Übriges. So ging es zum Beispiel Frank Gebele und Claus Totzki, deren "Kampf gegen Windmühlen" betitelter und besonders schöner Zuber mit zwei Stroheseln und einer großen Windmühle schon am Roßgumpen nicht mehr wiederzuerkennen war. Nur ein Kapitän war noch an Bord und versuchte verzweifelt, sich auf einem der durchnässten Strohesel zu halten. Der dazugehörige "Don Quijote" kam erst Minuten später zu Fuß hinterher und die Windmühle trieb abgerissen nebenher. Die beiden erhielten von der Jury den Batsch-Nass-Orden, weil sie schon 20 Meter nach dem Startschuss in der Schiltach gelandet waren.

Erstaunlich schlecht kam auch der "Deutschland Achter" voran. Der als Ruderboot umgebaute Zuber stellte sich der Strömung aufs Störrischste entgegen und musste mit einiger Mühe und Verspätung am Ende zu Fuß ins Ziel geschleift werden. Auch wenn einige Zuber bis zur Unkenntlichkeit zerfetzt wurden, ihre Besatzung verloren und in Einzelteilen die Schiltach hinabtrieben, so gab es doch einige, die den Parcours souverän bewältigten und deshalb von der Jury ausgezeichnet wurden. Den ersten Platz machte der Formel1-Wagen von Tobias Profft und Rainer Fader, die die Strecke erhaben meisterten und dabei als Pilot und Boxenluder auch noch eine sehr gute Figur machten.

Der zweite Platz der Jury ging an den aufwändig gestalteten Maya-Tempel mit Schlangenkopf von Peter Schmidt und Jochen Siebert mit der Startnummer 32. Sie hatten als Thema den für Dezember 2012 angekündigten Weltuntergang gewählt. Genau wie die Welt gingen auch sie nicht unter und begeisterten das Publikum. Dritte wurden Achim Bendigkeit und Jürgen Volz mit ihrem Bonanza-Planwagen mit vorgespannter Kuh. Auf dem vierten Platz landete ein als Kuckucksuhr umgebauter Zuber mit Winfried Kretschmann als Kuckuck und zwei zarten Schwarzwaldmadeln (Tilo Albrecht und Martin Kuhner) an Bord. Platz 5 teilten sich schließlich die geflügelten Oliver Schuhmacher und Volker Weißer mit ihrer Red-Bull-Dose, auf der sie sich sehr aufrecht hielten, und die Bach-na-Styler Nico Knebel und Matz Kastning, die auch auf dem Wasser ihre Schramberger Adaption des "Gangnam Style" hüpften.

Die faulsten Da-Bach-na-Fahrer hatten sich nach der Trockenfahrt vom letzten Jahr die Mühe gespart, einen neuen Zuber zu basteln und starteten einfach mit ihrem Modell von 2012. Stefan Link und Thomas Branter wurden mit ihrem "Spaceshuttle Reloaded" dafür von den Kommentatoren Nucki Schmider und Andreas Gebert als "faule Säcke" abgestraft.

Die Schramberger Umweltzone, das Krankenhaus, die HGV-Aktion "Schneeflocke" und der Erdrutsch am Schlossberg wurden jeweils mit einem Zuber thematisiert und auf die Schippe genommen. Insgesamt waren 45 Zuber auf der Schiltach unterwegs, tausende Zuschauer säumten das Spektakel und feuerten die Fahrer mit "Kanal voll", "Batsch nass" und "Furz trocka"-Rufen an.