Schönwald Mit Schlittenhunden auf wilder Fahrt

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Foto: SB

Schönwald - Nein, schwört Florian Bachmann Stein und Bein – eigentlich sei er Schönwälder, auch wenn seine Adresse etwas anderes sagt. Denn er lebt im Tiefenbach, praktisch direkt hinter der Gemarkungsgrenze, aber deutlich näher an Schönwald als an Furtwangen.

Florian Bachmann ist Cellist, hat diesen Beruf studiert. Er ist Lehrer an der Jugendmusikschule St. Georgen-Furtwangen, leitet ein eigenes Trio und ist an verschiedenen Projektorchestern tätig. Doch er hat eine weitere Leidenschaft: seine Hunde. Der 35-Jährige ist seit seinem elften Lebensjahr den Schlittenhunden verfallen. Heute bezeichnet er sich als Profi-Musher, so das Wort für Schlittenhundeführer. Umso bemerkenswerter, weil er als Kind von einem Hund gebissen und dabei recht schwer verletzt wurde.

Wer nun aber an seinem Schlitten die berühmten Huskies erwartet, der liegt falsch. Florian Bachmanns Vorliebe für Schlittenhunde hat zwar mit dem Siberian Husky begonnen, doch seit etwa 15 Jahren widmet sich den so genannten Hounds. Das sind spezielle Züchtungen, die eigentlich aus der Not geboren wurden – in Norwegen. Wegen einer Quarantäne begann man, schlanke, große Jagdhunde an den Schlitten zu spannen. Schnell waren sie, doch zu Beginn fehlte noch ein wenig sie Ausdauer. Die kam später, als man Alaskan Huskies dazu züchtete.

Der dadurch erreichte Hundetyp ist noch immer einem Jagdhund ähnlich, hochbeinig, mit kurzem dichtem Fell, leicht und unglaublich stark. Dazu kommen Schnelligkeit und eine geradezu sprichwörtliche Ausdauer. Eigentlich seien gute Hunde teuer, erzählt der Musher, doch durch ein besonderes Übereinkommen mit einer französischen Hundeschlittenschule und einem weiteren Musher könne er auf ein großes Potenzial an Hunden zurückgreifen, ohne die hohen Kosten vorleisten zu müssen. Für die Kosten des hochwertigen Futters habe er Sponsoren gefunden.

Wenn der Musher mit seinem riesigen weißen Kastenwagen irgendwo angerollt kommt, hört man zunächst ein winselndes, beinahe heulendes Kläffen und Kratzen aus dem Fahrzeug. Denn dann wissen sie – gleich geht es los. Mit einem Gespann von bis zu zehn Hunden trainiert Florian Bachmann je nach Wetterlage und Jahreszeit mehrere Male in der Woche. Seit mehr als 20 Jahren prägt dieser Sport das Leben von Bachmann. Dass er ihn ernst nimmt, zeigt die mehrfache erfolgreiche Teilnahme am "Alpen Trail", einem der bekanntesten Mehr-Etappen-Rennen, das seit diesem Jahr Geschichte ist. Er gehörte mehrfach zu den "Top 5 Finishers" des Rennens.

"Das Tolle an der Sache ist nun, dass es möglich ist, Leute auf so einer Fahrt mitnehmen zu können", erklärte Bachmann. In einem Spezialschlitten ist der Transport von zwei Mitfahrern möglich, auch im Sommer, wenn Bachmann mit einem Trainingswagen ins Gelände geht. Unterstützt wird er sowohl von der Gemeinde Schönwald als auch vom Ferienland im Schwarzwald. Gemeinsam haben sie eine Strecke von rund sieben Kilometern Länge festgelegt, und mit den Grundstückseigentümern gesprochen. Heraus kam eine wunderschöne Trainingsstrecke auf 1000 bis 1050 Metern Höhe, mit fantastischen Blicken.

Es sei schon ein ganz besonderes Erlebnis, wenn einem der Fahrtwind ins Gesicht bläst und man den Ausblick und die Natur genießen könne, erzählen Teilnehmer, wenn sie mit strahlenden Gesichtern dem Schlitten wieder entsteigen. So auch Dominik Kaltenbach und seine Freundin Lena Cerasola. "Dominik hat mir die Fahrt zum Geburtstag geschenkt, hat aber bis jetzt ein Geheimnis darum gemacht", erzählt die junge Frau. Obwohl die äußeren Umstände nicht mehr ganz optimal waren, sei diese Fahrt ein einmaliges Erlebnis gewesen. Die beiden sprachen auch nach der Ausfahrt noch intensiv mit dem Musher.

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