Von Lothar Herzog

Schenkenzell. Nahezu unauffällig wurde die kleine Dreifaltigkeitskapelle beim "Bürlehof" im Schenkenzeller Ortsteil Kaltbrunn im vergangenen Sommer restauriert. Sie erstrahlt nun in neuem Glanz und soll wieder mit mehr Leben erfüllt werden.

Nastasic Kosta, der vor knapp zwei Jahren das Hofgut samt Kapelle von der Enkelin des Erbauers Johann Gebele erworben hat, lädt mit seiner Lebensgefährtin Marlene Hamm am 6. Dezember zu einer Nikolausfeier auf dem "Bürlehof" ein. Treffpunkt ist um 17 Uhr an der Friedhofskapelle.

Das Sakralgebäude hat eine besonders bewegende Geschichte

Dort wird der Nikolaus abgeholt und mit einem Lichterzug durch den Ort zur Dreifaltigkeitskapelle begleitet. Auf die Kinder wartet am Ziel eine kleine Überraschung. Es sind, und das betonen Hamm und Kosta besonders, alle Kinder und Erwachsene aus der Gemeinde Schenkenzell eingeladen, gleich welcher Konfession sie angehören.

Auch Pfarrer Bernd Müller ist von der Idee der Nikolausfeier begeistert, weshalb die Seelsorgeeinheit Wittichen die Rolle des Veranstalters übernommen hat.

Nach Auskunft von Marlene Hamm wurde das sakrale Kleinod 1953 mit Granitsteinen vom naheliegenden Kaltbrunner Talbach durch Johann Gebele erbaut. Er habe damit das Gelübde eingelöst, dass er diese Kapelle errichte, wenn seine drei Söhne wieder heil aus dem zweiten Weltkrieg zurückkehren und das Kaltbrunner Tal von den Kiegsverheerungen verschont bleibt.

In mühevoller Eigenleistung haben Hamm und Kosta das kleine Kirchlein sowie den Vorhof wieder hergerichtet. "Diese Kapelle bedeutet mir unheimlich viel. Es ist für mich ein Wunder, welche Kraft sie mir gegeben hat. Ich hoffe nun, dass sie öfters besucht wird wie bisher. Sie steht für alle Menschen jederzeit offen", hebt der 74-Jährige ehemalige Ludwigsburger hervor. Die Nikolausfeier soll jedes Jahr stattfinden und zur festen Tradition in Kaltbrunn werden. Gottesdienste und Maiandachten sind geplant.

Wie Hamm und Kosta weiter verraten, hätten sie in den Räumen des umgebauten Bauernhauses mehrere sakrale Gegenstände entdeckt. Als hilfreich habe sich die Kontaktaufnahme mit der Tochter des Kapellen-Erbauers, Schwester Ermelinde, erwiesen, die diese zurückgelassenen Gegenstände habe zuordnen können. Schwester Ermelinde lebe in einem Franziskaner-Kloster in Gegenbach und komme gerne zu Besuch auf den Bürlehof, so Kosta.