Von Erika Gaiser

SG Schenkenzell/Schiltach – TV Lahr 25:34 (17:12). "Mit dieser Leistung hätte mein Team letzte Woche in Weingarten sicher gewonnen", so das Fazit von Daniel Möslang, Trainer der SG-Damen er gibt damit die eigentliche Richtung vor, die der Oberligist anstreben muss: die Mannschaften zu besiegen, die in Reichweite liegen. Lahr gehörte nicht dazu.

Zu schnell und präzise war die Spielweise des Meisterschaftsanwärters, der sich den Luxus erlauben konnte, die wurfgewaltige Lara Ernst zuerst eine Halbzeit auf der Bank sitzen zu lassen.

Bis zur 10. Minute beim 4:4 standen sich zwei ebenbürtige Teams gegenüber. Bei den Gastgeberinnen verteilte sich die Verantwortung für die Tore auf viele Schultern, nicht wie zuletzt nur auf Denise Vollmer. Dann schlich sich mal wieder der "technische Fehlerteufel" bei den Kinzigtälerinnen ein und Lahr um zog innerhalb von fünf Minuten auf 9:4 davon. Diesen Abstand versuchte man von Seiten der Gastgeber nun bis zur Halbzeit ständig zu verkürzen, wobei Diana Scharnefsi mit blitzsauberen Toren glänzen konnte, aber kaum war man auf drei Treffer heran, gelangen den technisch versierten und auch taktisch klug spielenden Damen aus Lahr wieder Einschüsse. Mit einem 12:17-Rückstand ging es in die Halbzeitpause.

Zu Beginn der zweiten Hälfte wurden die Schwarzwälderinnen regelrecht vom TV Lahr überrannt. Schrittfehler, Fehlpässe, herausgeprallte Bälle – alles Gastgeschenke für die Lahrer Handballerinnen, die diese auch gern annahmen. So schraubten sie das Ergebnis bis zum 41. Minute auf 23:12 hoch. Die vor Kraft strotzende Lara Ernst vom Gast war für Stephanie Graf auf dem Halblinken Rückraum und versenkte ihre Bälle wie einen Strich in die Torwinkel oder spielte die Kreisläuferinnen an, wenn die Abwehr sich ihr in den Weg stellte. Erst in der 41. Minute gelang der SG durch Mone Seiler der erste Treffer der zweiten Hälfte. Für eine Aufholjagd war es da schon zu spät, zumal man mit der Umstellung der Gästeabwehr angriffsmäßig nicht zurechtkam. Selbst die zahlreichen Paraden durch Vera Fehrenbacher oder Aline Schneider halfen im Endeffekt nur, das Ergebnis nicht noch höher ausfallen zu lassen. Das insgesamt sehr faire Spiel (nur eine Zeitstrafe gegen den TV Lahr) wurde gut geleitet durch das weibliche Schiedsrichtergespann Muslik/Zimmermann.

"Keine Mannschaft kann den Ausfall von drei Leistungsträgerinnen verkraften, so wie es uns momentan durch Verletzungen und Abgänge geht – das letztjährige Team könnte in dieser Saison vorne mitspielen" sinnierte Daniel Möslang – aber man muss den Tatsachen in die Augen schauen. Noch ist erst die halbe Saison vorbei und ein Blick auf die Torschützenliste dieses Spiels lässt hoffen, dass die verbliebenen Spielerinnen immer sicherer werden und lernen, Verantwortung zu übernehmen. SG Schenkenzell/Schiltach: Vera Fehrenbacher, Aline Schneider – Lisa Fehrenbacher, Simone Seiler (2), Lena Schmider (2), Denise Hoffmann (3), Carina Schmid (2), Denise Vollmer (7/2), Lena Schmäler (2), Nicole Hoffmann (1), Diana Scharnefski (3), Nicole Breithaupt (3).