Von Katrin Strasser

Rottweil. Wenn Sie diesen Artikel jetzt lesen, wird die Welt nicht untergegangen sein. Allen Unkenrufen zum Trotz.

Fotostrecke4 Fotos

Die Erklärung dafür ist jedoch nicht etwa, dass amerikanische Archäologen jüngst in Guatemala den ältesten bisher bekannten Maya-Kalender gefunden haben, dessen Zeitspanne deutlich über Dezember 2012 hinausreicht. Die Erklärung dafür könnte auch das – wenngleich etwas fragwürdige – Sängertalent einiger der künftigen Abiturienten am Leibniz-Gymnasium sein. Beim ihrem Nachtcafé am Donnerstagabend, zu dem die Schüler in diesem Jahr erstmals in den Sonnensaal des Kapuziners geladen hatten, schlug der Stufenchor mit dem Lied "Happy X-mas" einige unheimlich Maskierte in die Flucht, die den Weihnachtsmann in ihre Gewalt gebracht hatten.

Der ganzen Sache auf die Spur gekommen waren Marwin Gihr und Julian Obergfell, die als Agenten "408" und "406" von England nach Rottweil geschickt worden waren, um den drohenden Weltuntergang abzuwenden. In einzelnen Filmsequenzen erzählten die Zwölftklässler den rund 300 Besuchern, wie die beiden Agenten sich im Auftrag des britischen Geheimdienstes auf den Weg gemacht hatten und schließlich in Rottweil gelandet waren. Dort sollten sie alles tun, um den entführten Weihnachtsmann zu befreien. Nur so könne der Weltuntergang abgewendet werden, lautete die Botschaft eines Informanten.

Zwischen den Stationen des Agenteneinsatzes bekam das Publikum – unter der Moderation von 408 und 406 – das geboten, was mit dem Nachtcafé seit Jahren am LG Tradition hat: Kleinkunst in allen Variationen und von Schülern aller Klassenstufen. So gab es Sketche der Theater-AG sowie des Kurses Literatur und Theater, ein Violin-Solo von Helena Dolgina, einen Mülltonnen­Tanz, zaubernde Lehrer und sogar tanzende Fünft- und Drittklässlerinnen.

Das Motto, das in diesem Jahr "James Bond – Save The Last Christmas" lautete, hatten sich auch Viktoria aus der Klasse 5c und Xenia aus der Klasse 7b, Eva Koch und Jasmin Staiger aus der 9c sowie Viktor Stäbner auf die Fahnen geschrieben. Sie alle interpretierten den Bondtitel "Skyfall" von Adele musikalisch, aber auf ganz unterschiedliche Weise. Dass sie dabei nicht mit Untergangsverschwörern zu kämpfen hatten, sondern mit akuten technischen Problemen, erschwerte zwar die Auftrittsbedingungen, schmälerte aber keinesfalls die künstlerische Leistung.

Dass ein Nachtcafé unter der Schirmherrschaft des britischen Geheimdienstes auch mit einem nahezu Komplettausfall der Anlage umzugehen weiß, bewiesen die Zwölftklässler eindrucksvoll. In einer rund halbstündigen Pause hatten die Schüler gemeinsam mit dem ehemaligen Schülersprecher David Weinmann neue Boxen, Verstärker und Mikrofone organisiert. Dies bereicherte vor allem die Auftritte von Luisa Thamm, Sara Koch, Anna-Lisa Erler und Felix Maier, die mit den aktuellen Hits "Read All About It" und "Too Close" begeisterten sowie von Jasmin Wölbl aus der Jahrgangstufe I, die längst zum festen Repertoire eines jeden LG-Nachtcafés gehört und dieses Mal den James Blunt-Song "Goodbye My Lover" sang und spielte. Unterbrochen wurde ihre Zugabe für einen guten Zweck: Der Weihnachtsmann – und damit offensichtlich auch die Welt – konnten gerettet werden.