Von Jürgen Schleeh 5:2 gewonnen – und der Trainer ist nicht ganz zufrieden. Keine verkehrte Fußballwelt, sondern lediglich die realistische Analyse von Onur Hepkeskin.

Ihm ist trotz des jüngsten Heimerfolgs der SpVgg 08 Schramberg einiges aufgefallen, was seine Mannschaft noch besser machen kann, ja sogar besser machen muss. Das Aufeinandertreffen der beiden Aufsteiger entwickelte sich schnell zu einer Partie auf überdurchschnittlichem Niveau, die Kontrahenten forderten sich gegenseitig enorm. "Wir haben das erwartet, dass Mössingen aggressiv drauf geht und wussten, wir müssen hier dagegenhalten, um deren Spielaufbau zu stören. Dass wir dabei vor allem in der ersten Halbzeit immer wieder Phasen hatten, wo wir zu viele Standards für den Gegner zugelassen haben, das gefiel mir allerdings gar nicht. Wir hatten immer wieder bei hohen Bällen Probleme", so Hepkeskin, fügte aber auch an, "in der zweiten Halbzeit haben wir es dann gut im Griff gehabt".

In dem fast schon offenen Schlagabtausch ("hohes Tempo und zweikampfbetontes Spiel", so Hepkeskin) hatte die SpVgg Schramberg die zwingenderen Möglichkeiten, doch wie so oft im Abschluss kein Glück. Umso erleichterter war Coach Hepkeskin, das sich Nico Rall aus der Distanz als Kunstschütze in Szene setzte. "Zusammen mit Mathias Trautwein hat Nico im Mittelfeld sehr viel abgeräumt und für den Spielaufbau geleistet. Zudem hat das Tor von Nico uns sehr gut getan, ab dem 1:0 haben wir dann auch mehr Räume gehabt", meinte der Trainer zufrieden. Die nutzt vor allem auch Ugur Akbaba immer besser. Der Ex-Bochinger konnte zwar keine seiner Großchancen zu einem Treffer verwerten, doch war er in der Vorarbeit bei zwei Toren entscheidend beteiligt. So beim 2:0 durch Christian Braun, als Akbaba den Elfmeter herausholte und unmittelbar nach der Halbzeit die Vorlage zum 3:0 durch Thomas Schondelmaier gab. "Ugur hat exzellent gearbeitet, hätte als Belohnung dafür ein Tor verdient gehabt", so Hepkeskin.

Dass es seiner Mannschaft gelang, fünf Tore gegen die bis dahin sehr abwehrstarke SpVgg Mössingen zu erzielen, "das spricht schon für die Qualität unserer Offensive. Zudem hatten wir gerade am Schluss noch gute Konter, um höher zu gewinnen. Respekt vor der Leistung meiner Mannschaft, sie hat sehr gut gearbeitet, es funktioniert immer besser. Das gibt mir ein gutes Gefühl", so Hepkeskin. Und doch wird er nicht müde um zu betonen, dass auch dieser Sieg kein Grund sei, sich schon jetzt zurücklehnen zu wollen. Der Kampf um den Klassenerhalt ist für den Coach der SpVgg Schramberg weder beendet noch bereits gewonnen. "Ich gehe davon aus, dass in dieser Saison nicht einmal 40 Punkte reichen könnten, um drin zu bleiben. Deshalb müssen wir von Spiel zu Spiel konzentriert und hart weiter arbeiten". Am Sonntag kommt ein neues Spiel in Tübingen und da hat die SpVgg Schramberg einiges auf der Rechnung, dass noch korrigiert werden sollte.