Rosenfeld-Brittheim - Geht die Welt am 21. Dezember unter, wie manche aus dem Maya-Kalender ableiten? Eindeutig nein, meint auch Rolf Bitzer, der Vorsitzende des Vereins Sternwarte Zollern-Alb: "Das ist nur der Tag der Wintersonnenwende."

Schon lange kursieren Gerüchte, das Ende der Welt komme am 21. Dezember 2012, weil just an diesem Tag ein Zyklus des Maya-Kalenders endet. Nach deren Berechnungen sei damit der dreizehnte 400-Jahres-Zyklus seit Beginn des Universums abgeschlossen, wird der Maya-Experte Nicolai Grube zitiert.

Doch Weltuntergangs-Fantasien haben seit Jahrhunderten Tradition, und heutzutage machen Esoterik-Anhänger die alte Furcht vor dem Weltende eben am Ende des Maya-Kalenderzyklus fest. Für den Ebinger Rolf Bitzer, den Vorsitzenden des Sternwarten-Vereins, ist dies aber nichts Besonderes: "Da endet der dreizehnte Zyklus, und der vierzehnte beginnt; unser Kalender endet am 31. Dezember, und am 1. Januar beginnt der neue." Sein Urteil über den Rummel um den 21. Dezember: "Das ist alles Geschäftemacherei, und die Sternwarte macht dabei nicht mit."

Auch der Hollywood-Regisseur Roland Emmerich lässt es in seinem Film "2012" in Zusammenhang mit dem angeblichen Katastrophen-Datum kräftig krachen. Gendarmen sperren das Pyrenäendorf Bugarach ab, wo Ufo-Gläubige die Landung von Raumschiffen an jenem Datum erwarten, und in einigen Bunkern seien schon Plätze ausgebucht, meint der Sternwarten-Vorsitzende.

Für Bitzer ist die Sache klar: "Man braucht keine Angst zu haben." Das Team der Sternwarte hat nach seinen Worten das Thema in den wöchentlichen Vorträgen und Veranstaltungen mehrfach angesprochen und abgehandelt. Wer sich dennoch etwas vor Himmelsphänomenen gruseln möchte, den verweist Bitzer auf das Jahr 2013: "Da kommen zwei helle Kometen – im März und Ende November oder Anfang Dezember."

Für Freitag, 21. Dezember, ist in der Sternwarte bei Brittheim nichts geplant, doch am Samstag, 22. Dezember, lädt Rolf Bitzer ab 20 Uhr zu einem Vortrag über den Stern von Bethlehem ein. Dieser ist einer der sensationellsten Aspekte der Weihnachtsgeschichte und bewog laut Berichten der Bibel die drei Weisen dazu, aus ihrem östlichen gelegenen Heimatland nach Jerusalem und weiter nach Bethlehem zu ziehen.

Um sich ein eigenes Bild über dieses Himmelsphänomens bilden zu können, stellt die Sternwarte Zollern-Alb in ihrem Weihnachtsprogramm all jene Himmelsereignisse vor, die im Zeitraum der Geburt Christi stattgefunden haben und als Stern von Bethlehem gedeutet werden könnten. Das sind Kometen, Meteore und explodierende Sterne sowie seltene Planetenkonstellationen.