Von Daniela Schweikardt

Rohrdorf. Man hatte den Eindruck gewonnen, nach vielen Jahren des Schiebens und Planens hatte der Gemeinderat Rohrdorf in der Septembersitzung mit der Idee einer ovalen, filigranen Aussegnungshalle das Ei des Kolumbus gefunden. Keine Frage, der Entwurf überzeugte optisch und funktionell, nur die mit knapp 700 000 Euro angesetzten Baukosten, die schienen dem Gemeinderat – besonders im Hinblick auf das Investitionsprogramm der nächsten Jahre – unverantwortbar.

So griffen sie in der jüngsten Sitzung die Diskussion aufs Neue auf, mit dem ganz klaren Ziel, eine Lösung zu finden, die funktionell und modern ist, für Rohrdorfer Verhältnisse angemessen und finanziell tragbar. Die Gemeinderäte Heike Lagger und Hans-Jochen Rau erklärten, dass für die ovale Variane alleine im Rohbau deutliche Mehrkosten entstehen, ein rechteckiger Bau sei erheblich günstiger. Für Silke Lenz ist es nach wie vor besonders wichtig, dass es sich um ein filigranes, lichtdurchlässiges Gebäude handelt. Dies kann aber ebenso mit einem rechteckigen Bau verwirklicht werden. Dem stimmten die Gemeinderäte Wolfgang Schlecht, Ulrike Schittenhelm und Gerd Igney zu. Architekt Andreas Kampert hatte für die Sitzung neben der ovalen Variante eine rechteckige ungefähr gleichen Bauvolumens vorgelegt, ebenso eine verkleinerte. Schnell zeigte sich in der weiteren Diskussion, dass die Idee mit dem Oval zwar begeisterte, aber im Hinblick auf die Finanzen die rechteckige Lösung zum Tragen kommen wird. Zwischen fünf und zehn Beerdigungen finden in Rohrdorf jährlich statt, und "die Zeit der großen Beerdigungen ist vorbei", meinte Reinhart Brehmer. Um dem Rechnung zu tragen, verständigten sich die Räte auf die verkleinerte Variante mit 70 bis 80 Sitzplätzen, ganz große Trauerfeiern können nach wie vor in der Kirche stattfinden. Einstimmig legten sich die Gemeinderäte nun auf diesen Entwurf fest: eine dreiseitig verglaste, rechteckige Aussegnungshalle mit leicht geneigtem Flachdach. Im begrünten Flachdachanbau werden zwei Aufbahrungszellen, Toiletten und zwei Räume für den Theologen und die Geräte untergebracht.

Die Glaselemente sollen in doppelt verglaster Alu-Glas-Bauweise ausgeführt werden, eine Gasheizung soll für die notwendige Aufheizung bis etwa 14 Grad Celsius bei den Beerdigungen sorgen. Auch wenn der Rohrdorfer Gemeinderat vom Entwurf her zwei Schritte zurück gegangen ist, so ist er doch einen Schritt vorwärtsgekommen, denn auf der nun beschlossenen Grundlage soll das Baugesuch entworfen und die Umsetzung zügig angegangen werden.