Von Roland Beiter

Rangendingen. Der Gemeinderat Rangendingen hält trotz mehrerer Einwände am Plan für die Bebauung "Winterrain" fest. Das Gremium stimmte in seiner Sitzung am Montag der geänderten Fassung zu.

Allerdings muss der Entwurf nun noch einmal ausgelegt werden, was eine Verzögerung des Baubeginns für die Häuslebauer bedeutet. Mit einem eindringlichen Appell machte sich der stellvertretende Bürgermeister Roland Gnant für das Bebauungsplanverfahren stark. Es gebe in Rangendingen einen "dringenden Bedarf" für dieses Baugebiet, sagte er. "Nicht nachvollziehbar" seien für ihn die Einsprüche der Anwohner der Kreuzstraße. "Ich sehe keine Verfahrensfehler." Auch die gesetzlichen Regelungen seien eingehalten. Der Gemeinderat sei umfassend über die geplante Maßnahme informiert worden und habe den einzelnen Verfahrensschritten zugestimmt.

"Wir sind den richtigen Weg gegangen", stellte Gnant fest. "Sonderbehandlungen für Einzelne" dürfe es nicht geben, ungeachtet dessen, wie verdient sich jemand um die Gemeinde gemacht habe, sagte er. Alles andere wäre ein Verstoß gegen die Gleichbehandlung der Bürger und damit ein Verstoß gegen geltendes Recht, erläuterte Gnant seinen Standpunkt.

Verschiedene Einwendungen, beispielsweise zu Straßenbreiten und einer Grundstückseinfahrt, und die Berichtigung einer Höhenlinie sind im geänderten Plan berücksichtigt. Außerdem wurde die Bauhöhe der Gebäude entlang der Kreuzstraße auf acht Meter reduziert. Anderen Einwänden wurde "nicht entsprochen", wie es im Beschluss formuliert ist.

Verfahrensverstöße, wie sie der Verwaltung teilweise vorgehalten wurden, seien nicht ersichtlich und könnten damit nicht geltend gemacht werden, stellte Hauptamtsleiter Oliver Freiberg fest. Einwände der Anwohner aus der Kreuzstraße hatte es gegeben, weil entgegen der ursprünglichen Planung im Flächennutzungsplan Teile des oberen Hangs des Winterrains für eine Wohnbebauung vorgesehen wurden.

Bürgermeister Johann Widmaier begründete dies in der Sitzung damit, dass im Flächentausch für diese Wiesenflächen ökologisch wertvollere Biotope – eine Streuobstwiese und eine Feldhecke – aus der Bebauung heraus genommen werden konnten. Dies sei auf Anregung des Landratsamtes geschehen, stellte er heraus. Mit der jetzt notwendigen erneuten öffentlichen Auslegung von 14 Tagen verschiebt sich das Verfahren.

Mehrkosten durch die damit verbundene Verzögerung der Ausschreibung und des Baubeginns konnte Widmaier nicht ausschließen. Außerdem "scharren die Bauherren mit den Füßen", fügte er hinzu. Einer von ihnen machte sich nach der Sitzung beim Verlassen des Rathauses Luft: "Wir wollen endlich anfangen zu bauen", sagte er nicht ohne Zorn.