Ostelsheim - Ostelsheim möchte noch familienfreundlicher werden. Deshalb reagiert der Gemeinderat auf die Wünsche der Eltern, die Kindergärten künftig statt bisher 7.30 Uhr schon ab 7 Uhr zu öffnen und die Ganztagesbetreuung von bisher 16 Uhr auf 17 Uhr zu verlängern und sie auch an den Freitagnachmittagen anzubieten.

Die Verwaltung legte bereits ausgearbeitete Lösungsmöglichkeiten vor. Da die neuen Betreuungszeiten für alle Kindergartengruppen in Ostelsheim gelten sollen, entstehen erhebliche weitere Kosten. Die frühere Öffnung ab 7 Uhr würde schon allein einen Zuwachs von 0,36 Stellen erfordern und im Jahr Kosten von 14 800 Euro verursachen. Kurzfristig und vorübergehend könnte die entstehende Lücke durch Erhöhung des Beschäftigungsgrads durch vorhandenes Personal über- brückt werden.

Die Verlängerung der Ganztagesbetreuung von 16 auf 17 Uhr mit Einbeziehung des bisher nicht geöffneten Freitagnachmittags würden noch einmal eine 0,46-Stelle erfordern und 18 Euro im Jahr kosten. "Für die erforderlichen Stellen steht kein eigenes Personal zur Verfügung. Es müsste eine Stellenausschreibung stattfinden, die beim aktuellen Fachkräftemangel nicht sehr erfolgversprechend ist", unter- strich Bürgermeister Jürgen Fuchs.

Erziehermarkt ist leer gefegt

Der Erziehermarkt sei bereits leer gefegt. Fuchs sah zwei Lösungsmöglichkeiten: Zum einen, dass die Verlängerung der Ganztagesbetreuung am Nachmittag erst ab September 2013 eingeführt wird und eine Stelle für die zweite Kleinkindbetreuungsgruppe ausgeschrieben werden könne. Die Vorverlegung der Öffnungszeit auf 7 Uhr ab ersten Januar 2013 wäre nur möglich, wenn der vorgesehene Anerkennungspraktikant schon zum Jahresbeginn anfangen könne.

Das Gremium beauftragte die Verwaltung, möglichst jetzt schon den Vertrag mit einer zweiten Anerkennungspraktikantin abzuschließen, obwohl sie erst ab 1. September ihr Praktikum beginnen kann. Zum anderen wäre es möglich, die verlängerten Öffnungszeiten von 16 auf 17 Uhr schon zum 1. April zu realisieren und dafür eine 0,82-Stelle auszuschreiben. Dafür gab das Gremium grünes Licht.

Bei den Gebührenanpassungen schloss sich der Gemeinderat den Empfehlungen der Landesverbände an. Diese sehen für Regelkindergärten je nach Kinderzahl unter 18 Jahren in einer Familie Beitragserhöhungen von durchschnittlich drei Euro im Monat vor. Die Richtsätze für verlängerte Öffnungszeiten betragen je nach einem, zwei, drei oder vier Kindern unter 18 Jahren jetzt 115 Euro, 88 Euro, 58 Euro und 19 Euro.