Ostelsheim Artenschutz geht vor Windkraft

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Der Ostelsheimer Gemeinderat zieht den Artenschutz dem Bau von Windrädern an seiner Gemarkungsgrenze vor. Foto: dpa

Ostelsheim - Es war keine einfache Entscheidung, vor die sich der Ostelsheimer Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung in puncto Windkraft gestellt sah.

Sollte er der Ausweisung eines Vorranggebietes für die Nutzung der Windenergie an der Dätzinger Ameisenhalde nahe der Gemarkungsgrenze zu Ostelsheim zustimmen oder dem Artenschutz dem Vorrang geben? Dort befindet sich nämlich einer der zehn Bereiche, in denen hohe Windkraftanlagen rentabel sein könnten. Der Verband Region Stuttgart hatte unter anderem auch genau diese Stelle bei der Teilfortschreibung des Flächennutzungsplans mit der Bezeichnung BB-07 als möglichen Standort für eine Windkraftanlage gesehen.

Für sein Votum hatte sich das Gremium eigens ein Gutachten erstellen lassen. Die Arbeitsgruppe für Tierökologie und Planung J. Trautner aus Filderstadt hatte nach gründlicher Untersuchung festgestellt: "Der geplante Windkraftstandort BB-07 befindet sich in einer der artenschutzrechtlichen Tabuzonen für den Rotmilan. Des Weiteren befindet sich die geplante Vorrangfläche in den Prüfbereichen für die windkraftsensiblen Brutvogelarten Baumfalke, Wanderfalke und Schwarzmilan". Im Klartext: Windräder könnten diesen Vogelarten nicht nur schaden, sondern ihnen durch die Geräusche ihren Lebensraum nehmen und sie ganz aus diesem Gebiet vertreiben.

"Artenschutz hat zur Zeit noch Vorrang, aber das kann sich ändern", meinte Bürgermeister Jürgen Fuchs zur derzeitigen Situation und fügte realistisch hinzu: "Wir weisen darauf hin, wie die Lage ist, die Entscheidung fällt jedoch in Stuttgart".

Der Gemeinderat folgte dem Vorschlag der Verwaltung und beschloss, das Gutachten mit einer Karte des betroffenen Gebietes sowohl an die untere Naturschutzbehörde im Landratsamt, als auch an den Verband Region Stuttgart zu schicken. Für den Tagesordnungspunkt "Stellungnahme zur Festlegung von Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie" interessierten sich nur wenige Zuhörer. Offenbar verspricht sich die Ostelsheimer Bevölkerung bislang von dem zwei bis drei Kilometer entfernten Standort Ameisenhalde in Dätzingen keine allzu großen Beeinträchtigungen.

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