Von Christoph Holbein

Obernheim. Dass die Fitness und Wachheit der Schüler zugenommen haben, hat Rektorin Margare­tha Pehlke nicht festgestellt – "das macht keinen so großen Unterschied" –, geändert aber hat sich mit dem späteren Unterrichtsbeginn um 7.40 Uhr an der Schule in Obernheim der Pausenplan.Wenn die Schüler morgens kommen, haben sie zwei Stunden Unterricht – bis 8.15 Uhr. Dann gibt es eine gemeinsame Vesperpause im Klassenzimmer.

Die Kinder essen und trinken zusammen, wobei die Lehrer darauf schauen, was die Sprösslinge an Vesper dabei haben: "Wir fragen auch mal nach, ob es nicht möglich ist, mal etwas anderes, gesundes für die Pause mitzunehmen, wenn da Bedarf bei den Schülern besteht", erläutert Pehlke. Während die Kinder in Ruhe essen, setzen sich die Lehrer hin und lesen vor. "Da wird aus einem Buch fortlaufend vorgelesen."

Neben dem gesunden Geist geht es auch um den gesunden Körper

Und neben dem gesunden Geist haben die Obernheimer Pädagogen auch den gesunden Körper im Blick – und der fängt mit beim Trinken an. So gab es vor den Herbstferien eine "Riesenobstaktion", aus der jede Menge eigener Saft hervorgegangen ist. "Die Kinder brauchen keine Getränke mehr von daheim mitzunehmen", erzählt die Rektorin. Es fließt eigener Apfelsaft.

Zusammengekommen sind 720 Liter aus zwei großen Hängern mit Obst, welche die Kinder und Eltern in Obernheim gesammelt haben. Zuvor hatte die Schule eine Anzeige geschaltet und darin angefragt, wer sein Obst zur Verfügung stellt. An einem Montagmittag dann trugen die Helfer die Früchte zusammen und hatten innerhalb von zwei Stunden einen großen Autoanhänger voll. Mit dem Obst ging es dann zur Mosterei. Den bereits ausgemachten Termin dort musste Rektorin Margaretha Pehlke noch einmal ändern, "weil wir viel mehr Obst hatten, als erwartet", erzählt die Schulleiterin.

Alle miteinander, die gesamte Klasse drei, reisten nach Weilstetten zur Mosterei, halfen mit einzufüllen und schauten zu, wie der Saft ins Fass lief. Das Endprodukt wurde dann in Zehn-Liter-Boxen abgefüllt. Erneut mit Eltern-Einsatz wurden diese Behälter abgeholt und eingelagert. "Es ist phantastisch, dass alle mitgeholfen haben", freut sich die Rektorin.

Sie hat für jedes Klassenzimmer einen Krug mit Deckel angeschafft, in dem nun der eigene Saft kredenzt wird. Der besteht nicht nur aus den Äpfeln, sondern auch ein paar Birnen sind mit dabei: "Das schmeckt deshalb auch so gut."

Als Dankeschön für die Helfer bei der Obstaktion wurde Apfelbrot gebacken und vorbeigebracht: "Das ist gut angekommen."