Von Hans Schabert

Neuweiler/Neubulach. Früher war es ein gewohntes Bild: Vor der Schmiede stand ein Vierbeiner, an dessen Hufen der Meister zumeist unter der Mithilfe des Tierbesitzers gearbeitet hat.

Nur wenn er aufs Land kommt, erlebt der Stadtmensch so etwas auch heute. Und Landbewohner fühlen sich in alte Zeiten versetzt. Auch sie haben nur noch selten die Chance, einem Hufschmied bei der Arbeit über die Schulter zu schauen. Gelegenheit dazu bestand in Neuweiler in der Friedhofstraße. An Pferdehufen machte sich dort Tobias Wick aus Neubulach zu schaffen. Er erlernt den Beruf des staatlich geprüften Hufschmieds. Als Auszubildender im ersten Jahr zeigt er sich sehr versiert bei seiner Arbeit. Verwunderlich ist dies allerdings nicht, er hat die Prüfung als Pferdewirt nach der Lehre auf einem hessischen Gestüt abgelegt.

Recht ruhig verhielt sich das Pferd, dem gerade Horn am Huf mit scharfem Werkzeug abgetrennt wurde. Nicht nur das Formen und Aufbringen von Hufeisen sind Teil des Aufgabenfelds eines Hufschmieds, auch das Ausschneiden und Abraspeln gehören dazu.

Fast ein wenig Tierarzt ist der offiziell Hufbeschlagschmied genannte Fachmann. Zu seinem Wirken gehört auch das therapeutische Handeln. Er korrigiert Stellungsfehler und kuriert Krankheiten. Dazu zählt etwa die Hufrehe, eine Entzündung der Huflederhaut, oder die Hohle Wand, eine instabil gewordene Hornwand.

Natürlich ist Tobias Wick trotz seines Könnens bei der Arbeit, die sich über den gesamten Schwarzwald erstreckt, nicht alleine unterwegs. Er begleitet seinen Chef Dirk Schröter. "Schmiedemeister – gepr. Hufschmied" sowie die Handynummer stehen auf dem blauen Lieferwagen, in dem die nötige Ausrüstung mitgeführt wird. Auf den Reisen zu den Kunden ist das Auto auch ein wenig Büro, das in Agenbach im Buschweg 5 seinen festen Standort hat.