Nagold - Durch einen Unfall im Industriegebiet Wolfsberg in Nagold sind am frühen Samstagmorgen 9.500 Liter Heizöl ausgelaufen. Auch wenn der größte Teil aufgefangen wurde, floss eine nicht näher bestimmbare Menge in die Nagold sowie die Waldach.

Der Geruch von Öl liegt am Samstag in großen Teilen von Nagold in der Luft. Und auch am Tag danach, am Sonntag, braucht es keine allzu empfindliche Nase, um ihn stellenweise noch wahrnehmen zu können. Begleiterscheinung eines Ölunfalls, der die Feuerwehr fast den ganzen Samstag beschäftigte und auch am heutigen Montag noch in Anspruch nehmen wird.

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Das Unglück nimmt um 5.45 Uhr mit einem kleinen Missgeschick auf dem Gelände eines Mineralstoffhandels im Industriegebiet Wolfsberg seinen Lauf. Der 36-jährige Fahrer eines Gefahrzugs vergisst, den Verbindungsschlauch zwischen dem geparkten Anhänger und der Zugmaschine zu lösen. Beim Anfahren reißt der Schlauch ab, so dass rund 9500 Liter Heizöl in die Kanalisation fließen, da die betreffende Fläche nicht durch Ölabscheider geschützt ist.

Der Gefahrzugfahrer bemerkt das Missgeschick erst, als er in Bondorf von einem Verkehrsteilnehmer darauf aufmerksam gemacht wurde.

Ölsperre aufgebaut

Die Feuerwehr wurde um 6.32 Uhr alarmiert, da war das Ausmaß noch unklar. Gegen 8.30 Uhr wurde gemeldet, dass wohl rund 9500 Liter ausgeflossen sind. Zeitgleich hatte die Stadt Nagold unmittelbar die Schieber am Regenrückhaltebecken Iselshausen geschlossen, so dass der größte Teil aufgefangen wurde. Eine nicht zu erfassende Menge Öl ist jedoch über die Waldach in den Fluss Nagold gelaufen. Die Feuerwehr Nagold baute eine Ölsperre auf.

Alle Feuerwehren an der Nagold bis zur Gemeinde Unterreichenbach wurden alarmiert, ihren Bereich auf Ölfilme zu prüfen. Gegen 8.45 Uhr meldete Wildberg einen leichten Ölfilm und baute eine Ölsperre auf. Die Feuerwehr Neubulach hatte in Seitzental ebenfalls eine Ölsperre aufgebaut, jedoch keine Verschmutzung gemeldet. Die Feuerwehren wurden von Kreisbrandmeister Hans-Georg Heide angewiesen, stündliche Kontrollen durchzuführen.

Gegen 12.30 Uhr wurde ein verstärkter Ölgeruch und Ölfilmbildung in Nagold festgestellt. So wurde die Feuerwehr zur "Schiffbrücke" gerufen, um dort Öl aufzufangen. "Bedingt durch die Temperatur um den Gefrierpunkt ist die Aufnahmefähigkeit des Ölbinders nur begrenzt möglich", sagte Stadtbrandmeister Paul Amand.

Joachim Bley, Umweltdezernent im Landratsamt Calw war ebenfalls vor Ort: "Durch die derzeitigen Witterungsverhältnisse und die Schneeschmelze haben wir eine Fließgeschwindigkeit von rund sechs Stundenkilometer. Die Stadt Nagold habe durch ihr schnelles Eingreifen Schlimmeres verhindert. Das weitere Vorgehen wird am heutigen Montag entschieden, wenn das Öl abgepumpt werden kann. Wasser und Öl müssen sich erst trennen. Im Einsatz waren rund 60 Feuerwehrangehörige. Vorsorglich wurden das Regierungspräsidium Karlsruhe sowie das Innenministerium und das Umweltministerium informiert.