Nagold Heimisches Duo verbindet gegensätzliche Klangbilder

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Izumi Fujii und Chaehong Lim verdienten sich die Zuneigung der Zuschauer. Foto: Kosowska-Németh Foto: Schwarzwälder-Bote

Von Maria Kosowska-Németh

Nagold. Im Rahmen der Nagolder Kammerkonzert-Reihe debütierte am vergangenen Wochenende auf der Kubusbühne das heimische Duo Mizuki. Das Publikumsinteresse war groß, da das junge Ehepaar Izumi Fujii (Cello) und Chaehong Lim (Gitarre) bereits auf der lokalen Konzertebene gastierte. Der erste Auftritt auf der etablierten Bühne bestätigte ihre musikalischen Qualitäten und brachte eine authentische Anerkennung durch die Zuhörer.

Fujii erhielt ihre musikalische Ausbildung in Japan, wo sie bei bedeutenden Wettbewerben mehrere Preise, darunter eine Goldmedaille, gewonnen hatte, dann vertiefte sie ihre Cellokunst an der Staatlichen Musikhochschule Trossingen. Nach ihrem Solistendiplom 2014 wirkt sie dort als Assistentin von Professor Francis Gouton und unterrichtet auch in Villingen.

Lims musikalischer Werdegang begann mit preisgekröntem Gitarrenspiel bereits in Südkorea, in Trossingen ergänzte er seine Ausbildung als Diplomlehrer und Kammermusiker mit Schwerpunkt Gitarre. Der gefragte Gitarrenlehrer unterrichtet an den Musikschulen Nagold und Wildberg.

Die Originalliteratur für die Cello-Gitarre-Besetzung ist knapp bemessen, doch das üppige Konzertprogramm, auf dem neben wenig bekannten Namen wie Radamés Gnattali, Jiri Jirmal, Atanas Ourkouzounov, Raffaele Bellafonte auch die Werke von anerkannten Größen Johann Sebastian Bach, Manuel de Falla und Astor Piazzolla standen, gestaltete sich sehr interessant.

Auf den ersten Blick passen Gitarre und Cello nicht unbedingt zueinander – zwar gehören die beiden zur Familie der Saiteninstrumente, doch die Streich- und Zupftechniken ergeben ganz unterschiedliche Klangbilder. Diesen Gegensatz nutzten Fujii und Lim zu ihrem Vorteil und verbanden gefühlvoll den delikat-samtenen Bogengesang mit den feinen Finger-Streifen der Gitarrensaiten.

Bescheiden, fast schüchtern wirkten sie im direkten Umgang mit dem Publikum, auch gegenüber der Musik zeigten sie Demut ohne Anzeichen von jeglicher künstlerischer Überheblichkeit. Niemals großspurig, dafür ergreifend gefühlvoll, technisch zuverlässig und stets durch die rhythmische Disziplin vereint, gingen die Instrumentalisten jedoch sicher ihren interpretatorischen Weg. Großen Wert legten sie dabei auf die Aussagekraft der langsamen Sätze, deren frei geführte Phrasen sie mit frühlingshafter, unschuldiger Koketterie des Cellos und zarten Antworten der Gitarre sättigten. Da hatte eine Konzertbesucherin recht: Diese Musik möchte man am liebsten am Kaminfeuer mit einem Glas Rotwein in der Hand genießen.

In schnellen Abschnitten regiert die Präzision

In den schnellen, temperamentvollen Abschnitten regierte die rhythmische Präzision, Virtuosität und Klangvielfalt. Suggestiv klangen die synchronen, um Perkussionseffekte bereicherten Pizzicati oder lange Glissandi in stilistisch unterschiedlichen, kontrastreichen Werken. In jeweils einem Solostück für Cello und Gitarre entfalteten Fujii und Lim ihre ganz individuellen künstlerischen Konzepte.

Und doch fanden sie für die "Baden Jazz Suite" und Bachsche Cellosuite Nr. 3 einen gemeinsamen Nenner: den unwiderstehlichen Zauber der Tanzmusik aus entlegenen Epochen. Für die verdiente Zuneigung des Publikums bedankten sich die Künstler mit "Ave Maria" von Piazzolla. Ihr erster großer Auftritt war zweifelsfrei ein Erfolg.

  
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