Der renommierte Berliner Medienexperte Jo Groebel sieht in Stefan Raab keinen geeigneten Moderator für ein TV-Duell der Kanzlerkandidaten. Damit unterstützt er den SPD-Kanzlerkandidaten Peer Steinbrück. Groebel betont, dass es bei einem TV-Duell der Kanzlerkandidaten höchst professionell zugehen muss.

Herr Groebel, der SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück lehnt Stefan Raab als möglichen Moderator eines TV-Duells mit Angela Merkel ab. Ist das nicht schade?
Peer Steinbrück oder auch Angela Merkel können nur mit jemand in den Ring steigen, der ein absolut seriöser Politik-Moderator ist. Da hilft auch das Argument nicht, dass man mit Stefan Raab jüngere Zuschauer erreichen könnte. Steinbrück und Merkel können eben nur die höchstmögliche Moderationskompetenz akzeptieren. Die politischen Themen sind ernsthaft zu behandeln, und auch um den Preis der Langeweile kommen dafür nur professionelle Moderatoren infrage. Im Übrigen verstehe ich, dass Merkel nur ein TV-Duell will, sie will Steinbrück eben nicht die Möglichkeit geben, gleich zweimal mit ihr auf Augenhöhe zu debattieren. ZweiDuelle hätten natürlich für die Kandidaten den Vorteil, mögliche Formschwankungen auszugleichen.


War der Vorschlag von Stoiber überhaupt ernst gemeint?
Ich will nicht ausschließen, dass er eine Falle aufgestellt hat. Er ist ja ein Hund. Ich glaube sowieso nicht, dass Stoiber in eine Sendung von Raab gehen würde. Und Steinbrück kann auf den Vorschlag nicht eingehen, weil er vom politischen Gegner kommt.

Waren die bisherigen Kandidatenduelle vielleicht zu langweilig?
Ich denke, der Königsweg für die Kanzlerkandidaten ist ohnehin nicht das Fernsehduell, sondern das Interview. Wenn sie die Jugend ansprechen wollen, müssen sie in einem entsprechenden jugendaffinen Format zeigen, was sie draufhaben. Es gibt da ja nicht nur Stefan Raab, der als Interviewer infrage kommt, sondern auch viele andere. Ein solches Interview könnte man genauso spektakulär aufziehen.